Nach 1990 gelangten über die ehemalige DDR-CDU auch Menschen mit SED-Systembiografien in die gesamtdeutsche CDU. Aber Biografie ist kein Schuldspruch, und Parteizugehörigkeit vererbt keine Ideologie. Der Skandal liegt anderswo: Eine Demokratie verliert ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie historische Belastung nur beim politischen Gegner entdeckt. Wer der Linken ihre SED-Wurzeln vorhält, muss ebenso schonungslos die eigene Ostgeschichte untersuchen. Vergangenheit wird gefährlich, wenn sie nicht aufgearbeitet, sondern nach politischer Nützlichkeit sortiert wird.
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