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Items tagged with: Kita


Also bitte 😊 ich habe keine Ahnung 😊 ich selbst würde wahrscheinlich #kita nutzen. Ich finde es gut, dass angezeigt wird, wie häufig der # genutzt wird. Das hilft mir bei solchen Entscheidungen.
#Kita


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#fediverse zeig mal was du kannst:
Wir suchen dringend eine neue #kita Leitung für Harthausen #Filderstadt

Wer Erzieher:innen kennt darf den Tipp gerne weitergeben.

filder-kitas.de/kindergartenle…
#fedikita


Weitere kostenfreie Schulungen im Bildungszentrum BIDIB des @lfdi!

#Datenschutz
➡️ Datenschutz im Verein (22.09., 26.11.)
➡️ Basiswissen im Datenschutz für Klein(st)unternehmen, Selbständige und Start-ups (07.10.​, 14.12.)
➡️ Datenschutz in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen (15.12.)

#Informationsfreiheit
➡️ Aus der Praxis für die Praxis: Fallbeispiele zur Anwendung des LIFG BW (30.11.)

Alle Infos und Anmeldelinks wie immer hier. 👇️
baden-wuerttemberg.datenschutz…

#BIDIB #Fortbildung #Vereine #StartUps #Kita #Grundschule
(1/2)


Wir haben wieder einige offene Stellen für Erzieher:innen und #Kita Leitungen. Vielleicht überlegt ja jemand einen Wechsel auf die schönen Fildern bei #stuttgart ?
Hier findet man die:
filder-kitas.de/stellen/
#fedikita


Von Armutserfahrungen lernen: Reicht das Geld für eine gesunde Ernährung?


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Nachbericht: Online-Vortrag „Von Armutserfahrungen lernen: Reicht das Geld für eine gesunde Ernährung?“ | ZEHN – Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen | 20. August 2026 | Moderation: Maren Bürster

Ernährungsarmut und Grundsicherung – zwei Begriffe, die in der Sozialpolitik oft nebeneinander stehen, selten aber wirklich zusammengedacht werden. Beim Online-Vortrag des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen waren über 150 Fachkräfte live dabei. Aus Niedersachsen, NRW, Berlin, Baden-Württemberg, Sachsen. Sozialarbeit, Ernährungsberatung, Kita-Vernetzung, kommunale Verwaltung. Und eine Referentin, die nicht aus dem Lehrbuch zitierte, sondern aus dem eigenen Leben.

Was an diesem Donnerstagvormittag passierte, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Zahlen wurden zu Realität. Und Realität wurde erdrückend.

6,51 € – und was damit wirklich passiert

Das Tagesbudget für Essen und Trinken in der Grundsicherung kennen viele aus Statistiken. Wie es sich anfühlt, damit einzukaufen, wissen die wenigsten.

Im ersten Teil meines interaktiven Vortrags bekamen die Teilnehmenden genau das zu spüren. Sie sollten mit einem virtuellen Budget von 6,51 € einen Tageseinkauf planen – mit echten Preisen aus echten Discountern. Unter Zeitdruck. Es gab nicht ewig Zeit zum Nachdenken und Planen. Das fanden viele beklemmend. Weil es die Realität abbildet: Wer mit 6,51 € einkauft, hat auch keine Zeit für langes Abwägen.

Übung 2 – Einkaufszettel-Grundsicherung-Rechner


Danach zeigte ich meinen Einkaufszettel-Rechner und ließ die Teilnehmenden unter verschärften Bedingungen noch einmal rechnen. Erst hier kamen die Rückfragen, die es in sich hatten.

Eine Teilnehmerin fragte im Chat direkt nach: „Die Preise kommen mir aber sehr niedrig vor… und ich nehme an, nichts ist in Bio-Qualität o. Ä., oder?“Meine Antwort war kurz und ehrlich: Bio können sich Armutsbetroffene kaum bis gar nicht leisten. Das ist korrekt.

Eine andere Person wollte wissen, ob sie trotz Überschreiten ihres eigenen Budgets weiter mitrechnen solle. Ja bitte, war meine Antwort. Denn genau das zeigt mehr als jede aufgehende Zahl: wie weit man tatsächlich drüber liegt.

Das Ergebnis aus der zweiten Übung: Von 35 Teilnehmenden blieben zwei im Budget. Beide mit Einschränkungen.

  • „Ich bin ausgekommen, aber mit einigen Abstrichen im Geschmack.“
  • „Ich kam überhaupt nicht aus und fand mich schon minimalistisch.“
  • „Ohne unerwartete Ausgaben – knapp, ohne Salz.“

Eine weitere Teilnehmerin ergänzte: Sie habe auch den Zeitdruck als beklemmend empfunden.

Rechts finden Sie oben den Zugang zum Padlet mit den Ergebnissen. Darunter der Button zum Rechner.

Zum Rechner

Ernährungsarmut und Grundsicherung: Was der Regelsatz wirklich abdeckt

Fünfstufige Darstellung der Regelsatz-Ermittlung: EVS-Erhebung, Referenzgruppe der einkommensschwächsten 15 %, Warenkorbmethode, politische Anpassung, Fortschreibung per Mischindex.

Woher kommt die Zahl 563 €? Das Statistische Bundesamt befragt alle fünf Jahre rund 60.000 Haushalte zu ihren tatsächlichen Ausgaben – die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Grundlage für den aktuellen Regelsatz: die EVS 2018. Acht Jahre alte Daten.

Herangezogen werden für Einpersonenhaushalte die einkommensschwächsten 15 % – für Familienhaushalte die einkommensschwächsten 20 % (§ 4 RBEG). Was dann als „regelbedarfsrelevant“ gilt, wird zusätzlich politisch bereinigt: Tabakwaren werden herausgerechnet, alkoholische Getränke teilweise durch Mineralwasser ersetzt. Das Bundesverfassungsgericht hat das 2014 zwar grundsätzlich für zulässig erklärt – aber ausdrücklich darauf hingewiesen, der Gesetzgeber stoße dabei „an die Grenze dessen, was zur Sicherung des Existenzminimums verfassungsrechtlich gefordert ist.“

Der Denkfehler steckt im System selbst: Arme Menschen geben armes Geld aus. Nicht was sie brauchen – sondern was sie sich leisten können. Was sie sich nicht leisten können, taucht in den Daten nicht auf. Die fehlende Brille. Die nicht gemachte Physiotherapie. Der kaputte Laptop, der nicht ersetzt wird. Das System misst keinen Bedarf. Es misst Verzicht.

Nicht alle bekommen denselben Betrag. Der Regelsatz ist in sechs Stufen gestaffelt – je nach Haushaltskonstellation und Alter. Diese Werte gelten unverändert seit 2024 – zwei Nullrunden in Folge.

StufePersonengruppe% des EckregelsatzesBetrag (seit 2024 unverändert)
1Alleinstehende / Alleinerziehende100 %563 €
2Partner*innen in Bedarfsgemeinschaft90 %506 €
3Stationäre Unterbringung (Heim o. ä.)80 %451 €
4Jugendliche 14–17 Jahre90 %471 €
5Kinder 6–13 Jahre85 %390 €
6Kinder 0–5 Jahre80 %357 €


Das bedeutet: Wer mit einem Partner zusammenlebt, bekommt automatisch 10 % weniger – obwohl Fixkosten wie Strom, Internet oder Hausrat nicht proportional sinken. Und Kinder unter 6 Jahren erhalten nur 357 € – obwohl gerade in den ersten Lebensjahren der Ernährungsbedarf für eine gesunde Entwicklung besonders hoch ist.

💬 Wichtig: Kindergeld wird vollständig angerechnet – Kindergeld, Kindesunterhalt und Unterhaltsvorschuss kommen nicht obendrauf – sie werden vollständig auf den Grundsicherungsbedarf angerechnet. Wer 250 € Kindergeld erhält, bekommt 250 € weniger vom Jobcenter. Der Staat gibt nichts dazu. Er verrechnet nur.

Die Lebensmittelpreise stiegen zwischen 2019 und 2026 um rund 39 %. In den Jahren 2022 und 2023 jeweils über 13 % – der stärkste Anstieg seit den 1970er Jahren. Der Mischindex zur Fortschreibung des Regelsatzes (70 % Preisentwicklung, 30 % Lohnentwicklung) bildet das nur teilweise ab.

100 € aus dem Jahr 2019 haben heute noch einen Gegenwert von rund 69 €. In einem Budget, das ohnehin auf Kante genäht war.

Was das in Zahlen bedeutet, macht der Paritätische Armutsbericht 2026 sichtbar:

907 €
SGB II Regelbedarf
(Ø 2023)

1.381 €
Armutsschwelle

474 €
Lücke

Der Abstand zur Armutsschwelle wächst – strukturell nicht adressiert. (Paritätischer Armutsbericht 2026)

474 € trennen den durchschnittlichen SGB II Regelbedarf von der Armutsschwelle. Dieser Abstand wächst. Und er wird strukturell nicht adressiert. Das ist Ernährungsarmut und Grundsicherung in Zahlen.

Was im Budget steckt – und was nicht

Eine Teilnehmerin fragte, ob Hygieneartikel und Periodenprodukte im Regelsatz mitgedacht seien. Die Antwort ist unbequem.

Für Körperpflege und Sauberkeit sieht der Regelsatz 21,48 € pro Monat vor. Für Friseurbesuche, Fußpflege und alle weiteren persönlichen Dienstleistungen gibt es die Kategorie „Andere Waren und Dienstleistungen“: 44,93 €. Darin stecken auch Bankgebühren, Porto und Versicherungen.

Zusammen: 66,41 € pro Monat. Für alles.

Körperpflege & Dienstleistungen im Regelsatz – seit 2024 (Stand 2026) Monatliches Budget: 21,48 € (Körperpflege) + 44,93 € (Andere Waren & DL)
Preisbeispiele im Detail anzeigen

Produkt / DienstleistungWas es ist / WofürPreis (ca.)Finanzierbar?
🦷 Zahnpflege
Zahnpasta (75 ml)Tägliche Basispflege0,79–1,49 €✓ knapp
Zahnseide (50 m)Reinigung der Zahnzwischenräume – von Zahnärzt*innen empfohlen0,99–2,49 €kaum
Elmex Gelée (25 g)Fluoridgel – wöchentliche Intensivkur gegen Karies, stärkt Zahnschmelz, behandelt überempfindliche Zahnhälse. Nicht Luxus, sondern Prävention – günstiger als eine Zahnarztreparatur.ca. 5,00–7,00 €nicht
Mundspülung (500 ml)Ergänzende Mundpflege1,49–3,49 €kaum
💧 Haarpflege – Basis
Shampoo (300 ml)Haarwäsche – reicht ca. 4–6 Wochen0,79–2,49 €✓ knapp
Spülung / Conditioner (200 ml)Pflege nach dem Waschen, besonders bei langen oder trockenen Haaren nötig1,49–2,95 €kaum
Haarkur / Haarmaske (200 ml)Intensive Pflege 1× pro Woche – bei geschädigtem oder trockenem Haar empfohlen1,99–4,99 €nicht
Haaröl / HaarpflegeserumSchutz vor Spliss, Glanzpflege, Hitzeschutz vor dem Föhnen3,99–8,99 €nicht
✂️ Haarstyling
Haargel (150 ml)Styling und Halt – für viele ein alltägliches Basismittel1,29–3,49 €kaum
Haarspray (300 ml)Fixierung der Frisur – Standardprodukt in den meisten Haushalten1,95–3,99 €kaum
Stylingcreme / HaarwachsDefinition und Halt für kurze oder strukturierte Frisuren2,99–6,99 €nicht
🪮 Haar-Zubehör
HaarbürsteGrundausstattung – muss regelmäßig ersetzt werden2,99–9,99 €kaum
Haargummis (Set 10–20 Stück)Alltagsbedarf besonders für längere Haare – gehen schnell kaputt oder verloren0,99–2,49 €✓ knapp
KammGrundausstattung0,79–1,99 €✓ knapp
Haarklammern / HaarspangenAlltäglicher Bedarf1,49–3,99 €kaum
🩸 Periodenprodukte (nur für menstruierende Personen)
Binden / Slipeinlagen (Packung)Monatlicher Grundbedarf – kein Luxus, sondern Notwendigkeit1,49–3,49 €kaum
Tampons (Packung 16 Stück)Monatlicher Grundbedarf1,79–3,99 €kaum
MenstruationstasseWiederverwendbar – langfristig günstiger, aber hohe Anschaffung8,99–24,99 €nicht
🧴 Gesichtspflege
Gesichtscreme / FeuchtigkeitspflegeBasisversorgung der Haut – medizinisch sinnvoll, besonders bei trockener Haut1,99–5,99 €nicht
Gesichtsmaske (Einzel oder Set)Intensivpflege – für die meisten Normalos selbstverständlich0,99–5,99 €nicht
Sonnenschutz (LSF 30+)Hautschutz – medizinisch notwendig, besonders für Kinder3,99–8,99 €nicht
🦶 Fußpflege
Fußcreme (75 ml)Pflege bei trockenen oder rissigen Fersen1,29–3,99 €kaum
Fußmaske / Fußbad (Einzel)Intensivpflege, Entspannung – für Normalos Alltag1,99–4,99 €nicht
Medizinische Fußpflege (Podologie)Bei Diabetes, Nagelpilz, eingewachsenen Nägeln oft medizinisch notwendig – nur teilweise von GKV übernommen30,00–55,00 €nicht
💄 Kosmetik & allgemeine Körperpflege
Gesichtspflege / Feuchtigkeitscreme (50 ml)Basisversorgung der Haut – besonders bei trockener oder empfindlicher Haut medizinisch sinnvoll1,99–5,99 €nicht
LippenpflegebalsamSchutz vor rissigen Lippen – besonders im Winter und bei trockener Luft; für viele Selbstverständlichkeit0,79–2,49 €kaum
BB Cream / Foundation (Abdeckung)Grundlage für einen gepflegten Auftritt im Beruf oder bei Behördenterminen2,99–8,99 €nicht
Mascara / WimperntuscheBasisschminke – für viele Frauen Standard beim Arbeiten oder Ausgehen2,49–7,99 €nicht
Lippenstift / LipglossBasiskosmetik1,99–6,99 €nicht
Nagellack / NagelpflegeGepflegte Nägel – für viele Berufe und soziale Situationen als selbstverständlich erwartet1,29–4,99 €nicht
Deodorant (150 ml)Täglicher Grundbedarf – für Arbeit, Schule, soziale Teilhabe unverzichtbar0,79–2,49 €kaum
Parfüm / KörperspraySoziale Normalität – für viele Berufe und Situationen erwartet3,99–15,99 €nicht
Rasierklinge / EinwegrasiererKörperpflege – für Männer wie Frauen Standardbedarf1,29–3,99 €kaum
💇 Friseurbesuch (fällt unter „Andere Waren & Dienstleistungen")
HerrenhaarschnittEinfacher Schnitt, günstigster Salon25,00–50,00 €nicht
Damenhaarschnitt (Waschen, Schneiden, Föhnen)Einfachste Leistung, günstigster Salon35,00–60,00 €nicht
Coloration / SträhnchenHaarfarbe60,00–180,00 €nicht
Monatliches Budget Körperpflege + Andere Waren & DL zusammen66,41 €für alles

Was das bedeutet: Von 66,41 € im Monat sollen Zahnpflege, Haarpflege, Periodenprodukte, Gesichtspflege, Fußpflege, Friseurbesuch, Versicherungen, Bankgebühren, Porto und alle weiteren persönlichen Ausgaben bezahlt werden. Ein einziger Friseurbesuch übersteigt bereits die Hälfte des Gesamtbudgets für diese Kategorie. Wer menstruiert, verliert einen weiteren erheblichen Anteil für monatliche Periodenprodukte – ohne dass das System dafür einen gesonderten Betrag vorsieht.

Hinweis zu den Preisen: Alle aufgeführten Produkte sind Eigenmarken – keine Markenprodukte. Und sie halten nicht zwangsläufig einen Monat. Shampoo, Deodorant, Rasierklingen, Lippenpflegebalsam – je nach Intensität der Nutzung kann ein Nachkauf deutlich früher nötig sein. Das Budget bleibt gleich. Der Bedarf nicht.

Was viele tun statt zum Friseur zu gehen: Haarfarbe und Strähnchen selbst machen – zu Hause, oft mit Hilfe einer Freundin. Nicht aus Überzeugung, sondern um nicht aufzufallen. Um nicht sichtbar arm zu sein. Das ist kein Einzelfall. Es ist ein unsichtbares Netz gegenseitiger Hilfe, das entsteht, wenn eins sich das Offizielle nicht leisten kann.

Quellen: BMAS – Regelbedarfsermittlungsgesetz (RBEG), Werte seit 2024 unverändert | Buerger-geld.org | Supermarktcheck.de | Lokale-Dienstleister-Portal.de (Friseurpreise 2026) | Eigene Recherche August 2026. Alle Produktpreise: Eigenmarken Aldi/Lidl/Rossmann/dm, Stand August 2026. Preise können regional abweichen.

Zahnseide. Elmex Gelée – eine wöchentliche Fluorid-Intensivkur, die beginnende Karies rückgängig macht. Kein Luxus. Prävention. Und trotzdem mit 5 bis 7 € bereits ein Viertel des monatlichen Körperpflegebudgets.

Ein Herrenhaarschnitt beim günstigsten Friseur: 25 bis 50 €. Ein Damenhaarschnitt: 35 bis 60 €. Ein einziger Besuch übersteigt die Hälfte des Kategoriebudgets. Für menstruierende Personen gibt es keinen gesonderten Betrag.

Alle Produkte in der Tabelle sind Eigenmarken – keine Markenprodukte. Und sie halten nicht zwangsläufig einen Monat. Das Budget bleibt gleich. Der Bedarf nicht.

Was viele statt eines Friseurbesuchs tun: Haarfarbe selbst machen – zu Hause, oft mit Hilfe einer Freundin. Nicht aus Überzeugung, sondern um nicht aufzufallen.

Das ist kein Rechenfehler. Das ist Methode.

Was passiert, wenn eins das Budget wirklich ausschöpft

Nährstoff-Ampel für den günstigsten Wochenkorb (15–20 €): Gemüse und Obst kaum vorhanden, Eiweißquellen und Ballaststoffe nur teilweise. Einziges Gemüse im Korb: Zwiebeln.

Im Vortrag wurde ein absolutes Sparmodell vorgestellt: Der Warenkorb zum niedrigsten Preis pro Kilokalorie, 15 bis 20 € pro Woche. Nur eine Gemüsesorte im gesamten Korb: Zwiebeln. Kaum Vitamine, Ballaststoffe, Mineralien. Viel Zucker durch Ketchup, verarbeitetes Fett durch Margarine.

Wer spart, spart zuerst beim Essen. Nicht weil es am unwichtigsten ist, sondern weil es der einzige Posten ist, über den eins noch Kontrolle hat.

Kann man einen Notvorrat anlegen? Die ehrliche Antwort.

Eine Teilnehmerin fragte nach dem Notvorrat. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt 10 Tage Vorrat – 2 Liter Flüssigkeit täglich, 2.200 Kilokalorien.

Der gut gemeinte Rat lautet oft: Immer etwas mehr kaufen als man braucht. Schritt für Schritt aufbauen.

Das Problem: Wer nicht mal mit dem auskommt, was täglich gebraucht wird, kauft kein bisschen mehr.

Ich weiß das nicht aus dem Lehrbuch. Im Sommer 2021 traf die Flutkatastrophe auch meinen Wohnort Kordel. Tagelanger Stromausfall. Alles, was ich im Keller gelagert hatte, war verdorben. Es hat Jahre gebraucht, um wieder ausreichend Vorräte anzulegen, dass täglich eine warme Mahlzeit auf dem Tisch stand.

Das ist keine fehlende Disziplin. Das ist eine fehlende Ressource.

Die BBK-Liste ist eine Empfehlung, kein Dogma. Viele der dort genannten Produkte mag man selbst gar nicht, und manche halten auch nicht ewig – Nüsse zum Beispiel werden irgendwann ranzig. Mein Tipp: aus der Liste eine eigene bauen, mit dem, was man ohnehin regelmäßig isst und verbraucht. Trockenwaren wie Mehl, Reis, Nudeln, Konserven wie Erbsen, Gulasch oder Marmelade – Dinge, die sowieso auf dem Speiseplan stehen und die eins zwischendurch verbraucht und konsequent wieder auffüllt. So braucht es keinen Extraraum für die Vorräte einer vierköpfigen Familie, sondern einen Vorrat, der zu den gewohnten Lebensmitteln passt.

Ich lagere Mehl, Zucker, Reis und Nudeln inzwischen in verschließbaren Weißblechdosen, damit keine Lebensmittelmotten reinkommen. Und auch an Wasser für Haustiere im Haushalt sollte eins denken – im Notfall braucht nicht nur der Mensch etwas zu trinken.

Auch bei den Wassermengen gilt: Wer sich Wasserflaschen als Vorrat anlegt, sollte alle drei bis vier Monate nachsehen, welche zuerst weg müssen. Auf jeder Flasche steht ein Haltbarkeitsdatum – ältere Ware nach vorne, frische Ware nach hinten. Das Prinzip kennt eins aus jedem Supermarkt.

*Meine Empfehlungen – Nicht nur für Notfälle

Notfallausstattung für den Katastrophenfall: Wasserdesinfektionstabletten, Wasserkanister, Taschenlampe, Wasserfilter, Vorratsdose, Solar-Kurbelradio, LED-Handleuchte, Gaskocher mit Gaskartuschen, Kühlbox mit Akku, faltbarer Wasserkanister

Konserven sind in einer gesunden Ernährung sicher nicht das Nonplusultra. Aber Erbsen, Möhren oder Bohnen aus der Dose sind ab und zu kein Beinbruch, können aber auch im Krankheitsfall Mahlzeiten garantieren – und wer lieber Trockenware nutzt, greift zu getrockneten Erbsen oder Linsen. Die liefern wichtiges Eiweiß und lassen sich problemlos regelmäßig verarbeiten. Bei uns werden aus roten Linsen zum Beispiel oft Linsen-Bolognese – so ist der Vorrat gleichzeitig ganz normales Alltagsessen, kein Sonderfall im Keller. Nüsse haben wir für die Kinder in eine andere Form gebracht: Sie stellen sich selbst kleine Knabbertüten zusammen, verschiedene Nüsse mit Rosinen und getrocknetem Obst, für die Schule zwischendurch. Eiweiß, ein bisschen Vitamine, der Magen ist gefüllt, das Gehirn bleibt leistungsfähig – ohne stundenlang auf die nächste Mahlzeit warten zu müssen.

Am Ende gilt: Die empfohlenen Mengen sind eine Orientierung, kein Gesetz. Meine Empfehlung bleibt dieselbe wie beim restlichen Vorrat – gucken, was im echten Leben tatsächlich gebraucht wird.

Buchcover „Kochen ohne Strom – Das Notfallkochbuch" vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Bassermann Verlag, mit einem dampfenden Topf voller Eintopf auf dunklem Hintergrund.

„Kochen ohne Strom – Das Notfallkochbuch“


– ist ein gemeinsames Projekt des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Bonner Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und weiterer Hilfsorganisationen. Es enthält 50 praxiserprobte Rezepte für Alltag, Camping und Notfall sowie wichtige Tipps zu Stromausfall, Vorratshaltung und Wasserversorgung. Das Buch zeigt, wie man auch ohne funktionierende Küche nahrhaft und schmackhaft kochen kann – und ist damit eine wertvolle Vorbereitung für den Krisenfall.

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Günstig gekauft ist teuer gekauft

Im Chat meldete sich jemand, der anmerkte, sein günstiger Wasserkocher halte seit Jahren. Mag sein. Es kommt darauf an, wie er genutzt wird.

In vielen armutsbetroffenen Haushalten ist der Wasserkocher ein Multifunktionsgerät. Er erhitzt Wasser zum stromsparenden Kochen von Nudeln und Reis. Er erwärmt Spülwasser – wenn es keine Spülmaschine gibt oder für große Töpfe und Pfannen, die nicht hineingehören. Er sterilisiert Einmachgläser. Er füllt Thermoskannen für die Kinder morgens.

Der 8-Euro-Wasserkocher hält vielleicht ein Jahr – bei täglichem Intensiveinsatz. Der 30-Euro-Kocher hält zehn. Armutsbetroffene kaufen den günstigen nicht, weil sie nicht langfristig denken können. Sondern weil sie keine andere Option haben.

Das ist kein individuelles Versagen. Das ist Armut.

Teilnehmerfrage – Was Kitas tun können

Eine Kita-Fachkraft fragte, wie man als Einrichtung armutssensibel mit Mitbringsituationen umgeht. Mit Geburtstagsfeiern, Frühstücksbrotdosen, Klassenfesten.

Es gibt ein Modell, das funktioniert. Nicht aus dem Lehrbuch – aus der gelebten Praxis.

Am Kindergarten meiner Tochter wurde Anfang des Monats ein kleiner Betrag (damals 10€) eingesammelt. Davon wurde täglich ein wechselndes Frühstücksbuffet aufgebaut – nicht die ganze Palette auf einmal. Mal Vollkornbrot mit Aufstrichen, mal Müsli mit Joghurt oder Quark, mal frisches Obst. Aufschnitt stand nicht täglich auf dem Tisch. Die Erzieherinnen bereiteten nachmittags vor: Schüsseln mit Müsli, Joghurt, Quark – abgedeckt, in den Kühlschrank gestellt. Morgens kamen nur noch die frischen Zutaten dazu.

Was dabei passierte, war mehr als Frühstück. Meine Tochter lernte Lebensmittel kennen, die es bei uns zuhause nicht gab. Müsli zum Beispiel. Sie lernte, sich selbst ein Brot zu schmieren, was Haferflocken sind, warum Quark Eiweiß enthält. Alles beiläufig, spielerisch – ohne dass das Wort Ernährungsbildung auch nur einmal fiel.

Und das Wichtigste: Alle Kinder aßen dasselbe. Kein Kind musste sein einfaches Butterbrot neben der aufwendig dekorierten Bento Box positionieren. Kein Kind fiel auf. Kein Kind stand zurück.

Entlastung für alle Eltern


Das Modell versorgt nicht nur armutsbetroffene Kinder – es entlastet alle. Zehn Euro im Monat sind eine gute Ausgangslage, und sie nehmen berufstätigen Eltern etwas ab. Wer sein Kind morgens um sieben in die Kita bringt, weil um acht die Arbeit beginnt, greift schnell zur Tüte vom Bäcker oder zum Knoppers aus dem Automaten. Mit dem Buffet fällt dieser Griff weg – für alle, egal welche Konstellation dahintersteht. Ob alleinerziehende Mutter, die wegen eines Babys zuhause bleibt, ob berufstätige Eltern, ob alleinerziehender Vater. Es profitieren alle. Es gibt keinen Nachteil.

Ernährungsbildung als Alltag – nicht als Lehrstunde


Und Ernährungsbildung fließt so nebenbei in den Alltag ein, ganz ohne Programm. Kinder erzählen zuhause, was sie kennengelernt haben, wollen es nachprobieren – und plötzlich landet es auch auf dem heimischen Tisch. In Vorträgen und Gesprächen höre ich immer wieder: Eigentlich müsste Ernährungsbildung viel früher anfangen, nicht erst in der Schule. Warum nicht im Kindergarten, als ganz normaler Alltag? Wer als Kind lernt, sich selbst ein Brot zu schmieren, Quark abzufüllen oder Joghurt mit Obst zu bedienen, kann später auch die eigene Brotdose mitgestalten – zusammen mit den Eltern. Und wird dabei selbstständiger. Das ist in einer Zeit, in der Kinder immer früher verstehen sollen, wie die Welt funktioniert, kein kleiner Nebeneffekt.

Kein Schweinefleisch auf dem Buffet – alle konnten teilnehmen, unabhängig von Herkunft und Religion. Dieser Ansatz traf im Vortrag auf große Zustimmung.

[h2]Geburtstage in der Kita – wer bestimmt den Standard?

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Der Kindergeburtstag in der Kita ist längst zu einem sozialen Wettbewerb geworden. Aufwendige Obstplatten, selbstgebackene Fondant-Muffins, Goodiebags für dreißig Kinder. Das ist kein Vorwurf an Eltern, die das leisten können und wollen. Es ist ein Hinweis auf das, was dabei passiert: Kinder, deren Familien das nicht leisten können – aus Geldmangel, aus Zeitmangel, aus Erschöpfung – fallen auf. Werden weniger eingeladen. Nicht absichtlich. Aber systematisch.

Die Kitaleitung weiß, welche Familien finanziell nicht gut aufgestellt sind. Der Vorschlag: Genau diese Familien diskret ansprechen – nur sie, nicht alle. Fragen: Was könnt ihr leisten? Und diese Antwort wird zum Standard für alle. Ohne dass irgendjemand öffentlich bloßgestellt wird. Was die eine Familie leisten kann, ist das Maximum für alle.

Und die Goodiebags: Dreißig Kinder bekommen etwas, weil eines Geburtstag hat. Das war mal ein Geburtstag. Heute ist es eine Logistikaufgabe, ein Beliebtheitswettbewerb und eine Frage des Geldbeutels, der über den sozialen Status eines Kindes für Jahre entscheidet, dass quasi gerade erst auf der Welt ist.

🌿 Meine persönliche Meinung: Ein Geburtstag feiert das Kind, das Geburtstag hat – nicht die Kaufkraft seiner Eltern. Früher gab es Spiele, alle haben mitgemacht, am Ende durfte sich jedes Kind eine Kleinigkeit fürs mitmachen bei den Spielen aussuchen. Das Geschenk war das gemeinsame Erleben. Das reicht. Das hat immer gereicht.

Bei Kitafesten dasselbe Prinzip – mit einem wichtigen Zusatz: Zeitspenden als gleichwertige Alternative zu Sachspenden. Wer am Monatsende kein Geld für Kuchen hat, kann beim Aufbau helfen, beim Aufräumen, beim Betreuen der Kinder. Jede Familie bringt mit, was sie hat. Nicht was andere von ihr erwarten.

Was das System nicht leistet – und was Menschen füreinander tun

Im Vortrag habe ich von etwas gesprochen, das sich über die Jahre still aufgebaut hat: ein Netzwerk. Ohne dieses Netzwerk hätte ich vieles nicht geschafft – auch was meine Kinder betrifft.

Wenn das Kind schneller wächst als der Regelsatz


Klamotten und Schuhe für meinen Sohn, der gefühlt täglich gewachsen ist – geholfen hat unter anderem seine Lehrerin, die aus ihrem Bekanntenkreis gut erhaltene Kleidung weitervermittelt hat. Würdevoll, diskret, ohne großes Aufheben. An dieser Schule gibt es heute noch eine Boutique. Schüler*innen können sich dort Klamotten aussuchen – und kostenlos mitnehmen. Kein Antrag. Keine Bedürftigkeitsprüfung. Kein Mitleid. Einfach Kleidung, die man sich aussucht. Das ist Würde statt Almosen.

Mein Sohn hatte Rückenprrobleme und ich kein Geld für einen neuen Schreibtischstuhl. Die Lehrerin hat daraufhin einen Gymnastikball zum Sitzen organisiert. Auch Schultaschen oder auch Dekomaterial gibt es dort. Hier wird unbürokratisch geholfen. Die Lehrkräfte machen das freiwillig in ihrer Freizeit. Also bitte daran denken, wenn das nächste mal behauptet wird Lehrpersonal hätte mehr Freizeit als alle anderen. Es wird nur nicht gesehen, was noch alles geleistet wird.

Mehrtägige Klassenfahrten


Die Abschlussfahrt meines Sohnes ging nach Spanien, fünf Tage, günstig gebucht von der Klassenleitung. Über solche Fahrten kann man geteilter Meinung sein. Für viele Kinder ist es aber die einzige Möglichkeit überhaupt jemals so etwas wie Ferien woanders zu machen. Nur Frühstück und Abendessen waren im Preis enthalten – für alles andere brauchte er Taschengeld. Bildung und Teilhabe ist gut und schön, aber bis das Geld bewilligt wird, vergeht oft viel Zeit. Also streckt eins vor. Auch da hat das Netzwerk geholfen, was fehlte.

Ich hatte ihm ein Budget zurückgelegt, dazu noch eine kleine Reserve für den absoluten Notfall. Die ersten Tage hieß es: vorsichtig mit dem Geld umgehen. Dann kam eine kleine Honorarzahlung rein. Ich hab ihm geschrieben: Kind, genieße deine Klassenfahrt, ich kann zur Not Geld nachschießen. Er hat sich wahnsinnig gefreut – nicht mehr rechnen zu müssen, wie alle anderen einfach mitmachen zu können. Und ist trotzdem verantwortungsvoll mit seinem Geld umgegangen. Darauf bin ich stolz.

Man sagt, um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Mein Netzwerk ist mein Dorf.

Das System leistet das nicht. Menschen tun es trotzdem.

Und dafür bin ich dankbar. Jeden Tag.

Ein tolles Netzwerk, das ich auch im Vortrag erwähnt habe ist das „Netzwerk Mitgestalten! RLP

Ein Netzwerk, das ich jedem empfehlen kann: Netzwerk MitGestalten RLP

Es gibt ein Netzwerk, das mir über die Jahre viel gegeben hat, und das ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen möchte: das Netzwerk MitGestalten RLP, für erwerbslose Menschen in Rheinland-Pfalz von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Kurz LZG.

Was dieses Netzwerk besonders macht: Erwerbslose Menschen werden dort als Expertinnen und Experten für ihre eigene Lebenswelt angesehen. Nicht als Fälle, nicht als Zielgruppe – als Menschen mit Wissen, das gebraucht wird. Wenn die gesetzlichen Krankenkassen Programme zur Gesundheitsförderung anstoßen, sind es dieLebensweltexpert*innen, die sich diese Programme ansehen und sagen können: Funktioniert das so, wie ihr euch das vorstellt? Oder muss nachgebessert werden?

Was mir besonders gefällt: Der Umgang mit den Lebensweltexpert*innen ist verantwortungsvoll. Wer sich in seiner Region ehrenamtlich engagiert, wird über einen Ehrenamtsvertrag honoriert und unterstützt – mit Fortbildungen, mit Material für die eigene Arbeit vor Ort.

Ich habe selbst sehr davon profitiert. Auf einer Energiekostenmesse in Trier habe ich für das Netzwerk über Ernährung und Vorratshaltung gesprochen – wie eins auch in der Küche langfristig Energie sparen kann. Genau das, worüber ich hier blogge. Und dafür wurde ich im Ehrenamt entsprechend honoriert und unterstützt.

Weiterbildungen – die den Wünschen entsprechen


Ein anderes Mal, bei einem digitalen Netzwerktreffen, habe ich angemerkt: Wer jahrelang erwerbslos ist, verlernt irgendwann das richtige Reden. Den Umgang mit Behörden, die passenden Worte. Nicht, weil man dumm ist – sondern weil mit der Zeit weniger Gespräche, weniger geistiger Input, und die Sprache dabei verloren geht. Ich hatte damals ein Rhetorikseminar angeregt, um das Sprechen wieder zulernen, und mit ihm ein Stück Selbstbewusstsein. Das Seminar wurde organisiert, die Fahrkosten übernommen. Ich profitiere heute noch davon.

So kann eins auch als erwerbsloser Mensch das eigene Leben mitgestalten, und das anderer. Im Publikum meines Vortrags saß mindestens eine Person aus diesem Netzwerk – das hat mich sehr gefreut. Diese Person engagiert sich sehr stark in seiner Heimatregion, bildet sich weiter wenn sich die Möglichkeit ergibt und wird dabei aktiv vom Netzwerk unterstützt.

Heute bin ich, wenn ich kann, immer noch dabei. Diesmal als Fachkraft. Das nächste Präsenztreffen findet am 16. November in Trier statt – in meiner Region, ich werde auf jeden Fall da sein.

Es ist eine tolle Gelegenheit armutsbetroffene Menschen mit einzubinden, und ich kann nur jeder Einrichtung empfehlen, Kontakt aufzunehmen und zu fragen, wie das Konzept funktioniert. Denn das Entscheidende ist der verantwortungsvolle Umgang mit menschlichen Ressourcen: dass Lebensweltexpert*innen honoriert und geschätzt werden. Es geht nicht um ein paar Euro zusätzlich. Es geht um das Gefühl, ein Experte, eine Expertin zu sein. Etwas beitragen zu können.

Über dieses Netzwerk bin ich damals – neben anderen Faktoren – wieder stabiler geworden. Es hat mir geholfen, zurück ins Berufsleben zu finden, und viele Kontakte in meiner Region zu knüpfen.

„Das ändert meine Sichtweisen drastischer als gedacht“

Wenn eine Referentin aus dem eigenen Leben erzählt, passiert etwas im Raum. Das wurde nicht getan, um Betroffenheit zu erzeugen. Schweigen ist keine Option.

„Das ändert meine Sichtweisen drastischer als gedacht – vieles war mir in diesem Ausmaß so noch nicht bewusst. Ich danke Ihnen sehr für diese Einblicke.“


Auch ein ehemaliger Sachbearbeiter aus dem Sozialbereich meldete sich – elf Jahre tätig, danach selbst an Depressionen erkrankt:

„Das System handelt nicht im Interesse des Einzelnen, sondern es ist automatisiert. Deshalb helfe ich Menschen in meinen Ehrenämtern dabei, dass sie auch zu ihren Rechten kommen.“


Nicht wenige Teilnehmende gingen mit dem Gedanken, in ihrer Arbeit noch nachjustieren zu müssen. Das ist kein schlechtes Gewissen. Das ist ein Anfang.
Und dafür danke ich jeder einzelnen Fachkraft.

Was dieser Vortrag zeigen sollte

Über 150 Menschen haben an diesem Donnerstag erlebt, dass Ernährungsarmut und Grundsicherung keine abstrakten Begriffe sind. Dass Kinder in Bedarfsgemeinschaften automatisch 10 bis 20 % weniger bekommen als Alleinstehende – und Kindergeld trotzdem vollständig verrechnet wird. Dass das absolute Sparmodell nicht gesund ernährt. Dass der günstige Wasserkocher manchmal der teuerste ist.

Und dass Ernährungsbildung nicht in einem Kurs beginnt. Sondern an einem Frühstückstisch, an dem alle dasselbe essen.

Mein Aufruf an alle, die in diesem Bereich arbeiten: Bindet Armutsbetroffene ein. Wertschätzend. Bezahlt im Ehrenamt.

Nicht als Alibi. Als Expertise. Menschen mit eigener Armutserfahrung wissen Dinge, die kein Studium vermittelt. Bietet ihnen kostenlose Weiterbildungen an, passend zu ihren Fähigkeiten. Bindet sie Peer-to-Peer ein – Betroffene, die mit Betroffenen sprechen, erreichen etwas, das keine Broschüre erreicht. Entwickelt Programme gemeinsam mit ihnen, nicht für sie. Denn was am Ende zählt: Wer vorne steht, sollte nicht nur eine studierte Fachkraft sein, sondern auch jemand aus den eigenen Reihen. Multiplikator*innen mit gelebter Erfahrung sind eines der wirkungsvollsten Instrumente, die es gibt.

Wer täglich mit Menschen arbeitet, die mit 6,51 € jonglieren, sollte wissen wie das geht. Nicht um bessere Ratschläge zu geben. Sondern um aufzuhören, Ratschläge zu geben, die sich niemand leisten kann.

Sie möchten diesen Vortrag buchen?


Das Thema Ernährungsarmut und Grundsicherung ist buchbar – für Fachveranstaltungen, Multiplikatorenschulungen, Schulen, Kita-Netzwerke, Träger der Sozialen Arbeit und kommunale Einrichtungen. Online und vor Ort.

Was ich mitbringe: Zahlen, die sitzen. Eine interaktive Übung, die beklemmend ist. Und eine Perspektive, die kein Lehrbuch liefern kann.


Vortrag

Drei Zahlen zur Lebensmittelpreisentwicklung: +36% Preisanstieg, 195,36 € Monatsbudget Grundsicherung, ~40% Haushalte mit Einkommenssorgen

Faktenbasierter Vortrag zu Lebensmittelpreisen, Kaufkraft und Grundsicherung – für Fachkräfte, Multiplikator:innen und Bildungseinrichtungen.

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📖 Weiterlesen – Armut & System

Hintergründe, Zahlen und Werkzeuge zum Thema Grundsicherung.

▶ Quellen & Nachweise

Regelsatz & Regelbedarfsermittlung

  • BMAS: Regelbedarfsermittlungsgesetz (RBEG) 2024 · bmas.de
  • Buerger-geld.org: Regelsatz-Aufschlüsselung und Regelbedarfsstufen 2026 · buerger-geld.org
  • Rüdiger Böker: Aufschlüsselung Regelbedarf nach EVS-Abteilungen 2018–2024
  • BVerfG, Beschluss vom 23.07.2014, 1 BvL 10/12 – Zulässigkeit der Kürzungen, Grenze des Existenzminimums
  • Rechtsanwälte Günther Partnerschaft: Gutachten Recht auf angemessene Ernährung und Bürgergeld, 2023

Preise & Kaufkraft

  • Statistisches Bundesamt (Destatis): Verbraucherpreisindex · destatis.de

Armut & Armutsschwelle

Notvorrat & Katastrophenschutz

Körperpflege & Dienstleistungen

Netzwerk & Veranstaltung

Alle Links wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung geprüft. Bei Gesetzesänderungen und neuen Entwicklungen wird dieser Artikel aktualisiert.

#Ernährungsarmut #Grundsicherung #ArmutUndEssen #PinfsKochstudio #SozialeGerechtigkeit

Buchcover „Leitfaden SGB II / SGB XII" von Harald Thomé, 33. Auflage 2026/2027, Nomos Verlag. Links das Zitat: „Wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen."

Wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen. Der Leitfaden SGB II / SGB XII von Harald Thomé gilt laut Beck-Verlag als „Standardwerk“ – als einziger umfassender Ratgeber für beide Rechtsgebiete unverzichtbar für Beratung und als Nachschlagewerk.

Die 33. Auflage erscheint im Juli 2026 und erklärt topaktuell alle Auswirkungen der Änderungen ab 1. Juli – vom Bürgergeld zum Grundsicherungsgeld. Wer in der Sozialberatung arbeitet, mit Betroffenen zu tun hat oder einfach wissen will welche Rechte noch bestehen: Dieses Buch gehört ins Regal.

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📊 Paritätischer Wohlfahrtsverband – Armutsbericht 2026

Titelbild Paritätischer Armutsbericht 2026: Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband | Juni 2026

Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit

13,3 Millionen Menschen leben in Einkommensarmut – Höchststand seit fünf Jahren. Trier: 21,4 % – bundesweite Spitze aller ausgewerteten Regionen.

→ Zum Armutsbericht 2026

📄 Paritätischer Wohlfahrtsverband – Stellungnahme

§ PARITÄTISCH

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband | November 2025

Abwicklung der Bürgergeldreform

Die Reform begrenzt soziale Rechte, belastet einseitig Leistungsberechtigte und nimmt erhebliche soziale Folgekosten in Kauf. Stellungnahme zum 13. SGB II-Änderungsgesetz.

→ Stellungnahme lesen

📚 Buchtipp von Nicola Dülk

Leitfaden SGB II SGB XII von Harald Thomé, 33. Auflage 2026/2027

Harald Thomé | ab 31. Juli 2026 erhältlich

Leitfaden SGB II | SGB XII: Grundsicherungsgeld und Sozialhilfe von A–Z

Mein Tipp: Das jeweils aktuelle Thema nachschlagen, mit Zetteln markieren und immer mit zum nächsten Termin nehmen. Mir hat das Buch schon sehr oft geholfen – und ich konnte damit auch anderen sehr gut helfen.

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Was wir hatten. Was erkämpft wurde. Was jetzt verschwinden soll.


Der Sozialstaat Deutschland hat eine Geschichte voller erkämpfter Rechte. Was aufgebaut wurde, wer dafür kämpfte — und wie es gerade Stück für Stück abgebaut wird.

Erstveröffentlicht: Juni 2026 · 1. Fassung

Ein Artikel über das Grundgesetz, die Menschen dahinter – und die stille Demontage eines Versprechens.

Ich war ungefähr zwölf, als ich das erste Mal bewusst etwas von der Geschichte des Sozialstaats Deutschland hörte.

Nicht als Schulstoff. Als Tagesschau. Der Fernseher zeigte Männer vor Fabriktoren, Transparente, Menschenmassen, die für etwas kämpften, das ich damals noch nicht richtig benennen konnte. Streik. Das Wort lag schwer im Raum. Mein Vater schaute zu. Meine Mutter schaute zu. Niemand schaltete um. Aber es erklärte mir damals auch niemand was das alles bedeutete. Mit Kindern sprach man nicht über Politik.

Sozialstaat Deutschland – Kampf um Rechte


Was ich damals nicht wusste: Ich war Zeugin eines der größten Arbeitskämpfe der Bundesrepublik. Siebeneinhalb Wochen Streik für eine kürzere Arbeitswoche. 57.000 Menschen, die die Arbeit niederlegten. 250.000, die in Bonn auf die Straße gingen. Und ein Bundeskanzler, der das alles öffentlich als absurd, dumm und töricht bezeichnete.

Diese Menschen haben etwas erkämpft, das heute selbstverständlich klingt: Zeit.

Weniger Stunden. Ein bisschen mehr Leben neben der Arbeit. Dass das möglich war — dass Widerstand etwas bewegen konnte — das war keine Selbstverständlichkeit. Das war Ergebnis.

Und heute? Heute wird dieselbe Arbeitszeit, die damals erkämpft wurde, von der Politik neu verhandelt. Überstunden sollen steuerfrei werden. Das Rentenalter soll steigen. Das Bürgergeld wird zur Neuen Grundsicherung — mit verschärften Sanktionen.

Die Geschichte des Sozialstaats Deutschland ist eine Geschichte von Menschen, die für Rechte gekämpft haben, die heute als selbstverständlich gelten — und die gerade, still und ohne großes Aufsehen, wieder zurückgebaut werden.

[h2]Geschichte des Sozialstaats Deutschland: September 1948 — 61 Männer und vier Frauen

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Das Museum König in Bonn ist eigentlich ein Naturkundemuseum. Zwischen ausgestopften Tieren und Präparaten unter Glas tagte ab dem 1. September 1948 der Parlamentarische Rat — 65 Delegierte, die eine neue Verfassung für das westliche Nachkriegsdeutschland schreiben sollten.

Der Staatsrechtler Carlo Schmid schrieb später in seinen Memoiren:

„Wohl kaum hat je ein Staatsakt, der eine neue Phase der Geschichte eines großen Volkes einleiten sollte, in so skurriler Umgebung stattgefunden. Unter den Bären, Schimpansen, Gorillas und anderen Exemplaren exotischer Tierwelt kamen wir uns ein wenig verloren vor.“

Das Land lag in Trümmern. Berlin wurde gerade von den Sowjets blockiert; die USA versorgten zwei Millionen Menschen aus der Luft. In dieser Atmosphäre aus Schutt, Kaltem Krieg und dem frischen Schock des Nationalsozialismus sollte etwas entstehen, das nicht wieder scheitern durfte. Unter den 65 Mitgliedern waren vier Frauen. Vier von 65.

Elisabeth Selbert und die Waschkörbe voller Briefe

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Elisabeth Selbert, Foto: Hans Weingartz, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Elisabeth Selbert, Rechtsanwältin und SPD-Politikerin aus Kassel, wollte in die Verfassung schreiben: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Das klingt selbstverständlich. Es war es nicht. Die Weimarer Verfassung hatte nur formuliert, dass Frauen und Männer die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten hätten — was im Kern bedeutete: Sie durften wählen. Mehr nicht.

Der Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates lehnte Selberts Antrag am 3. Dezember 1948 ab. Bevor sie zur Abstimmung schritten, gab Selbert zu Protokoll:

„Sollte der Artikel so bleiben wie er ist, dann wäre das ein Rückschritt hinter die Weimarer Verfassung.“

Selbert ging an die Öffentlichkeit. Sie zog wie ein Wanderprediger durchs Land — Hamburg, München, Frankfurt. Es kamen Briefe. Berge von Briefen. Was sprichwörtlich als Waschkörbe voller Briefe in die Geschichte eingegangen ist, landete beim Parlamentarischen Rat — und veränderte die Stimmung. Am 18. Januar 1949 wurde die Formulierung einstimmig angenommen. Selbert erlebte diesen Moment als die Sternstunde ihres Lebens. Drei weitere Frauen standen an ihrer Seite: Friederike Nadig (SPD), Helene Weber (CDU) und Helene Wessel (Zentrum) — die Mütter des Grundgesetzes.

Elisabeth Selberts Radioansprache am 20.1.1949

Am Tag nach der Abstimmung — dem 20. Januar 1949 — trat Elisabeth Selbert ans Mikrofon. Was sie sagte, klingt heute so frisch wie damals:

„Ich bin Jurist und unpathetisch und ich bin Frau und Mutter und zu frauenrechtlerischen Dingen gar nicht geeignet.“

Der Satz ist Ironie mit Klinge. Eine Frau, die gerade Geschichte geschrieben hat, die sich noch verteidigen muss, dass sie das überhaupt darf.
Sie sprach von den Frauen, die sie in ihrer Anwaltskanzlei erlebt hatte:

„Ich sehe im Geist eine lange Reihe von Frauen, die im Laufe der Jahre in meiner Sprechstunde mir gegenüber gesessen haben — Geschäftsfrauen, Landfrauen und andere, die in ihrer Ehe aus irgendwelchen Gründen Schiffbruch erlitten hatten. Wie groß war immer das Erschrecken dieser Frauen, die vielleicht ein ganzes Leben lang hinter dem Ladentisch gestanden hatten — und bei der Scheidung mit leeren Händen aus dem Hause gingen.“

Und es fehlte noch mehr

🎙️ Originalstimme Elisabeth Selbert, Rundfunkansprache 20. Januar 1949

Und sie wusste genau, was noch fehlte. Das uneheliche Kind, das der Parlamentarische Rat nicht gleichgestellt hatte, beschäftigte sie sichtlich:

„Inzwischen ist doch eine Welt in Trümmer gegangen, inzwischen haben sich neue Lebensformen angebahnt. Wenn sie nicht heiraten können, dann soll man ihnen nicht zumuten, auch auf das Liebesglück und auf das Glück der Mutterschaft zu verzichten.“

Am 24. Mai 1949 trat das Grundgesetz in Kraft. Artikel 20 seitdem: Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Das Sozialstaatsprinzip war keine Floskel — es war Konsequenz aus der Geschichte und Voraussetzung für Demokratie.

Was daraus wurde — und wann:

Selbert hatte dem neuen Bundestag die Aufgabe mitgegeben, das Familienrecht bis 1953 zu reformieren. Es dauerte länger:


  • 1957 — Gleichberechtigungsgesetz verabschiedet (in Kraft 1958): Das Letztentscheidungsrecht des Mannes in allen Eheangelegenheiten wurde gestrichen. Frauen bekamen Anspruch auf Zugewinn bei Scheidung. Aber: Erwerbsarbeit der Frau blieb nur erlaubt, soweit sie „mit ihren ehelichen und familiären Pflichten vereinbar“ war.

  • 1959 — Bundesverfassungsgericht kippt das väterliche Alleinentscheidungsrecht bei Kinderfragen als verfassungswidrig.

  • 1969 — Nichteheliche Kinder werden ehelichen Kindern rechtlich gleichgestellt — zwanzig Jahre nach Selberts Forderung.

  • 1977 — Erst jetzt dürfen Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemanns einen Job annehmen. §1356 BGB wird reformiert: Die Hausfrauenehe endet offiziell.

  • 1991 — Frauen dürfen beim Heiraten ihren eigenen Nachnamen behalten, ohne ihn doppelt führen zu müssen.

  • 1994 — Artikel 3 Grundgesetz wird ergänzt: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ — 45 Jahre nach Selberts Sieg.

  • Heute — Gender Pay Gap, Altersarmut von Frauen, unbezahlte Pflegearbeit. Das Werk, wie Selbert es nannte, ist noch nicht vollständig vollbracht.


Hörspiel-Tipp: Guter Rat — Ringen um das Grundgesetz

Was wäre, wenn man die Debatten des Parlamentarischen Rates hören könnte — so wie sie wirklich waren? Genau das macht diese achtteilige Hörspielserie von WDR, Deutschlandfunk und BR aus dem Jahr 2019. Grundlage sind die 14 Protokollbände des Parlamentarischen Rates — wortgenaue Mitschriften jeder Sitzung, jedes Streits, jedes ausgehandelten Kompromisses. Darum herum schreiben Autorinnen und Autoren wie Terézia Mora, Frank Witzel und Özlem Özgül Dündar literarische Texte, die die historischen Debatten in die Gegenwart verlängern. Vier Stunden Hören, die zeigen: Demokratie war nie selbstverständlich — um sie wurde gerungen.
Die acht Folgen im Überblick:

  • Berufung auf Gott
  • Parlament und Volksentscheid
  • Männer und Frauen sind gleichberechtigt (direkt anhören → wdr.de)
  • Die Rechte unehelicher Kinder
  • Die Würde des Menschen ist unantastbar
  • Eine Zensur findet nicht statt
  • Deutschland in Europa
  • Das Wahlrecht

Die gesamte Serie ist kostenlos abrufbar auf: hoerspielundfeature.de

[h2]Der Sozialstaat Deutschland im Aufbau: Rentenreform, Streik und Pflegeversicherung

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1954: Das Recht zu haben


Das Bundesverwaltungsgericht entschied 1954: Unter der Geltung des Grundgesetzes haben Menschen ein subjektives öffentliches Recht auf Fürsorge. Keinen Antrag auf Güte. Einen einklagbaren Anspruch. Das war eine Revolution in einem einzigen Satz.

1957: Die Rente, die (nicht mehr) hält, was sie verspricht


Bis 1957 war die gesetzliche Rentenversicherung im Grunde eine Unterstützungskasse. Konrad Adenauer trieb eine Reform durch, die Deutschland bis heute prägt. Das Kernstück: die Dynamisierung — die Renten folgen den Bruttolöhnen. Wer jahrzehntelang gearbeitet hatte, sollte im Alter nicht in Armut versinken.

Das klang wie ein Versprechen. Es war auch eines. Nur wurde es in den Jahrzehnten danach still und systematisch abgeschwächt.

1992 wurde die Rentenanpassung von der Brutto- auf die Nettolohnentwicklung umgestellt. Klingt technisch. Bedeutet: Steigen Steuern und Abgaben, kommt weniger beim Rentner an — auch wenn die Löhne gestiegen sind.

2002 kam der sogenannte Riester-Faktor. Ein mathematischer Dämpfer in der Rentenformel, der offiziell den Aufbau privater Altersvorsorge fördern sollte. Faktisch senkt er das gesetzliche Rentenniveau dauerhaft — unabhängig davon, ob jemand tatsächlich privat vorsorgt oder nicht.

Sozialstaat Deutschland – demografischer Wandel


2004 folgte der Nachhaltigkeitsfaktor. Wenn das Verhältnis von Beitragszahlenden zu Rentenbeziehenden schlechter wird — mehr Ältere, weniger Jüngere — sinkt die Rentenanpassung automatisch. Der demografische Wandel ist seitdem direkt in die Formel eingerechnet. Nicht als politische Entscheidung, die jemand verantworten muss. Als Automatismus.

Das Ergebnis dieser drei Eingriffe lässt sich in einer Zahl ablesen: Das Rentenniveau — also das, was eins nach 45 Beitragsjahren im Verhältnis zum Durchschnittslohn bekommt — lag in den 1970er Jahren noch bei über 55 Prozent. Heute liegt es bei rund 48 Prozent. Eine gesetzliche Haltelinie sichert diesen Wert bis 2031. Was danach kommt, ist politisch offen.

Die Renten folgen den Löhnen. Nur immer ein Stück weniger als versprochen.

1970er Jahre: Die Blütezeit des deutschen Sozialstaats


Die sozialliberale Koalition unter Willy Brandt brachte vielleicht das produktivste Jahrzehnt in der Geschichte des deutschen Sozialstaats. 1972 öffnete sich die Rentenversicherung für Selbständige und Hausfrauen. 1974 erkämpften Sozialverbände das Schwerbehindertengesetz, das erstmals alle behinderten Menschen unabhängig von der Ursache ihrer Behinderung schützte. Und dann, 1974: Im BGB wurde verankert, dass Frauen und Männer in der Ehe gleichberechtigt sind — fünfundzwanzig Jahre nach Artikel 3 des Grundgesetzes. Das BGB hatte bis dahin in §1356 stehen: Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung.

[h2]Als der Sozialstaat Deutschland noch erkämpft wurde: Die großen Streiks

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1984: Das Jahr, in dem die Metallfabriken stillstanden


Mehr Zeit zum Leben, Lieben, Lachen. So lautete der Slogan der IG Metall im Frühjahr 1984. Die Forderung: Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 35 Stunden. Die Antwort der Arbeitgeber: Keine Minute unter 40 Stunden. Bundeskanzler Helmut Kohl bezeichnete die 35-Stunden-Woche öffentlich als:

„absurd, dumm und töricht.“


Am 14. Mai 1984 begannen 13.000 Beschäftigte die Arbeit niederzulegen. Auf dem Höhepunkt streikten 57.500 Mitglieder der IG Metall. Ende Mai demonstrierten 250.000 Menschen in Bonn. Sieben Wochen Kampf. Am Ende stand der Einstieg in die 35-Stunden-Woche, die bis 1995 umgesetzt wurde.

Eine Metallerin, die damals streikt, sagte später:

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man durch eigenes Handeln etwas verändern kann, dass wir gemeinsam etwas bewegen können.“

1987: Rheinhausen — wenn ein Stahlwerk eine Stadt bedeutet


Im November 1987 verbreitete sich in Duisburg-Rheinhausen eine Nachricht wie ein Lauffeuer: Das Krupp-Stahlwerk sollte geschlossen werden. Betriebsleiter Helmut Laakmann sprach vor der Belegschaft:

„Leute, das Buch der Geschichte ist jetzt aufgeschlagen. Und jetzt liegt es an uns, hier mal ein paar neue Seiten zu schreiben. Lasst die Generationen, die nach uns kommen, nachlesen, wie man einen Arbeitskampf führt und wie man diesen Vorstand in die Knie zwingt.“

Die Rheinbrücke wurde blockiert, die A40 gesperrt. Im Februar 1988 bildeten 80.000 Menschen eine Menschenkette von Rheinhausen bis zur Westfalenhütte in Dortmund. Das Werk wurde trotzdem 1993 geschlossen.

1995: Die Pflegeversicherung


Bis dahin hatten rund 80 Millionen Menschen in Deutschland keinen Versicherungsschutz für den Pflegefall. Die Pflegeversicherung war keine Wohltat. Sie war der Reparaturversuch an einem System, das Pflegebedürftigkeit einfach nicht mitgedacht hatte — erkämpft über Jahrzehnte.

[h2]Wenn der Sozialstaat Deutschland sich zurückzieht: Von Hartz IV zur Neuen Grundsicherung

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1993: Sozialabbau wird Wort des Jahres


Bereits unter Helmut Kohl wurden in den frühen 1990ern die ersten systematischen Einschnitte vorgenommen. Der Haushaltsentwurf 1994 sah Einsparungen von 21 Milliarden DM vor — davon rund drei Viertel allein im Sozialbereich. 1993 wurde Sozialabbau von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gewählt. Nicht als Beschreibung. Als Warnung. Die Warnung wurde ignoriert.

14. März 2003: Der Kanzler, der seinen Wählerinnen etwas anderes versprochen hatte


Gerhard Schröder stand am 14. März 2003 vor dem Bundestag. Er sagte, was er vorhatte, sehr klar:

„Wir werden die Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von den Einzelnen fordern.“

Das Ergebnis: Die Arbeitslosenhilfe — eine Lohnersatzleistung, auf die eins jahrelang eingezahlt hatte — wurde abgeschafft und durch Hartz IV ersetzt. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wurde damit eine für Millionen Menschen existenziell wichtige Lohnersatzleistung schlicht gestrichen. 200.000 Menschen gingen auf die Straße. Die Reform wurde trotzdem umgesetzt. Die Folgen: ein riesiger Niedriglohnsektor, steigende Einkommensungleichheit, Armut als Drohkulisse.

[h2]563 Euro: Was der Sozialstaat Deutschland heute noch zahlt

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563 Euro im Monat. Das ist der Regelsatz für alleinstehende Erwachsene in der Grundsicherung — seit Januar 2024 unverändert eingefroren. Für Lebensmittel und Getränke sieht der Regelsatz monatlich 195,36 Euro vor. Das sind 6,51 Euro pro Tag — für alle Mahlzeiten zusammen.

Gleichzeitig sind die Lebensmittelpreise zwischen 2020 und 2024 um 36 Prozent gestiegen. Dazu kommen stille Mechanismen: Shrinkflation — Produkte werden kleiner, während der Preis gleich bleibt. Regionale Kaufkraftunterschiede. Und die stillen Kosten der Armut: Wer kein Auto hat, kauft teurer ein. Wer keinen Gefrierschrank hat, kann nicht auf Vorrat kaufen. Armut ist teurer, als sie aussieht.

Rund 40 Prozent der Haushalte in Deutschland machen sich Sorgen um ihre finanzielle Situation. Das sind keine Randgruppen. Das ist ein erheblicher Teil der Bevölkerung — in einer Gesellschaft, die sich einen sozialen Bundesstaat ins Grundgesetz geschrieben hat.

Datengrundlage: Statistisches Bundesamt / Destatis | Analyse & Rechner: zeit-fuer-gesundheit-trier.de/kaufkraft-lebensmittel-und-buergergeld-was-unser-einkauf-wirklich-kostet/ | Vortrag: zeit-fuer-gesundheit-trier.de/portfolio-items/vortrag-lebensmittelpreise-kaufkraft-multiplikatorenschulung/


Vortrag

Drei Zahlen zur Lebensmittelpreisentwicklung: +36% Preisanstieg, 195,36 € Monatsbudget Grundsicherung, ~40% Haushalte mit Einkommenssorgen

Faktenbasierter Vortrag zu Lebensmittelpreisen, Kaufkraft und Grundsicherung – für Fachkräfte, Multiplikator:innen und Bildungseinrichtungen.

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Einkaufszettel Grundsicherung Rechner

Titelbild: Überfüllter Einkaufswagen von oben, grüner Farbton. Text: „Einkaufszettel Grundsicherung – was 6,51 € pro Tag wirklich bedeutet.'

Was kann eins mit 6,51 € pro Tag kaufen? Dieser interaktive Rechner zeigt, was das Grundsicherungsbudget für Essen in der Praxis bedeutet – mit echten Discounterpreisen.

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[h2]Pflege: Wo der Sozialstaat Deutschland still privatisiert wird

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1995 war die Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung eine der größten sozialpolitischen Errungenschaften der Bundesrepublik. Drei Jahrzehnte später ist von diesem Versprechen noch die Hülle übrig.

Im Jahr 2020 trugen Pflegebedürftige im Heim durchschnittlich rund 2.068 Euro monatlich selbst. Anfang 2025 waren es 2.984 Euro. Mitte 2025 bereits 3.387 Euro — in Bremen sogar 3.752 Euro. Der Verband der Ersatzkassen:

„Das kann aus einer normalen Rente nicht bezahlt werden.“

86 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland leben zu Hause. Mehr als zwei Drittel der häuslichen Pflege wird von Frauen erbracht — im Schnitt 21 Stunden pro Woche, über drei bis vier Jahre. Was sie dafür bekommen: weniger Gehalt heute, weniger Rente morgen. Die Armutsgefährdungsquote von Frauen über 65 Jahren liegt bei 19,4 Prozent — mehr als vier Prozentpunkte über der der Männer. Unbezahlte Pflegearbeit ist eine der zentralen Ursachen.

Das Pflegesystem kollabiert nicht aus Versehen. Es kollabiert, weil es auf einer Grundannahme gebaut ist, die nie laut ausgesprochen wird: dass Frauen in Familien pflegen — kostenlos, unbegrenzt, selbstverständlich. Was gerade passiert, ist die Fortschreibung eines Systems, das Pflege als Privatsache rahmt, während die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2026 voraussichtlich auf 5,3 Millionen steigt.

Und hier liegt ein Widerspruch, der selten benannt wird.


Viele dieser pflegenden Angehörigen sind auf Grundsicherung angewiesen — weil sie ihren Job reduziert oder aufgegeben haben, um zu pflegen. Ab 1. Juli 2026 gilt für sie unter dem neuen Grundsicherungsgeld der Grundsatz: Wer arbeiten kann, muss seine Arbeitskraft im maximal zumutbaren Umfang einsetzen.

Für pflegende Angehörige gibt es formal eine Ausnahme — Umfang und Lage einer möglichen Beschäftigung müssen mit Pflegezeiten vereinbar sein. Klingt nach Schutz. Ist es nur bedingt. Denn: Vollzeit kann gefordert werden, wenn eine verlässliche Betreuung tatsächlich gesichert ist. Wer also pflegt und Grundsicherung bezieht, muss dem Jobcenter nachweisen, dass die Pflege nicht anderweitig abgedeckt werden kann — und dass sie deshalb selbst unabkömmlich ist. Und wenn das Jobcenter das anders bewertet, drohen Sanktionen. Wer Termine oder Maßnahmen wiederholt ignoriert oder zumutbare Arbeit ablehnt, riskiert schneller spürbare Kürzungen bis hin zum Entzug des Regelbedarfs.

Der größte Pflegedienst Deutschlands soll arbeiten gehen


Das System erwartet also von denselben Menschen gleichzeitig zwei Dinge: pflegen — und erwerbstätig sein. Wer beides nicht schafft, wird sanktioniert. Wer aber professionelle Pflege für den Angehörigen organisieren will, um arbeiten zu gehen, landet bei Heimkosten von 3.387 Euro im Monat — die keine Grundsicherung der Welt abdeckt.

Das ist kein Versehen im Gesetz. Das ist die Logik eines Systems, das Pflege als selbstverständliche Privatleistung voraussetzt — und gleichzeitig diejenigen bestraft, die sie erbringen.

[h2]Wessen Geld ist das? Rentenkasse, Pflegekasse und GKV als stille Spardosen

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Die Erinnerung daran, dass Gelder aus der Rentenkasse genommen wurden, um Haushaltslöcher zu stopfen, habe ich mir nicht eingebildet. Ich erinnere mich noch gut an hitzige Diskussionen vor dem Fernseher zwischen meinen Eltern und Großeltern darüber. Diskussionen? Nein, eher Schimpftiraden. „Der Griff in die Rentenkasse und Krankenkasse“ ist tatsächlich dokumentiert. Es passiert gerade wieder. Nur heißt es nie so.

Die Rentenkasse: Wie man Geld nimmt, ohne es zu nehmen


Der Staat schießt der Rentenversicherung seit 1957 einen Bundeszuschuss zu — für Leistungen, die aus dem System ausgezahlt werden, für die niemand Beiträge eingezahlt hat: Kindererziehungszeiten, Kriegsopferrenten, Wiedervereinigungsfolgekosten. An diesem Zuschuss dreht die Politik, wenn sie Geld braucht.

Von den 1980ern bis heute ist es dasselbe Muster: Gesamtgesellschaftliche Kosten — Wiedervereinigung, Kindererziehung, Kriegsfolgen — werden in das Beitragssystem verlagert statt aus Steuern finanziert. Mal offensiv, mal still. Und wenn das System dann knirscht, heißt es: Die Rente ist nicht sicher. Dabei wäre sie es — wenn der Staat täte, was er zusagt.

Rentenrücklagen waren nahezu null


Unter Schröder wurde der Bundeszuschuss 2000, 2001, 2002 und 2003 zur direkten Entlastung des Bundeshaushalts um Milliarden D-Mark und Euro gekürzt. Die Rentenrücklagen schmolzen zwischen 2002 und 2005 auf nahezu null. Und jetzt, gerade: Seit 2022 wurden vier Sonderzahlungen à je 500 Millionen Euro nachträglich gestrichen. Mit den Haushaltsfinanzierungsgesetzen 2023 und 2024 wurde der Bundeszuschuss für 2024 bis 2027 um jährlich 1,2 Milliarden Euro gekürzt. Für 2025 bis 2027 kommen weitere zwei Milliarden. Zusammengerechnet: über 8,8 Milliarden Euro zur Haushaltskonsolidierung.

DRV-Präsidentin Gundula Roßbach reagierte ungewöhnlich direkt:

„Mit der nochmaligen Kürzung des Bundeszuschusses bricht der Bund wiederholt feste Finanzierungszusagen gegenüber der Rentenversicherung. Mit der Verlässlichkeit von Zusagen steht und fällt das Vertrauen in die gesetzliche Rente.“

DRV-Statement Roßbach Dez. 2023 → deutsche-rentenversicherung.de | Alle Kürzungen 2022–2027 → rentenupdate.drv-bund.de | Chronik → portal-sozialpolitik.de

⚖️ Eine Einordnung, die fair sein muss:
Diese Kürzungen sind dokumentiert, und sie sind ein Wortbruch — das ändert eine andere Zahl nicht. Aber Redlichkeit gebietet auch diesen Hinweis: Das gesamte Rentensystem steht deshalb nicht vor dem Kollaps.
Eine Analyse der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt im Juni 2026: Gemessen an der Wirtschaftsleistung sind die Ausgaben für die gesetzliche Rente heute niedriger als vor knapp 30 Jahren — 1997 lagen sie bei 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2024 bei 9,3 Prozent, und das, obwohl die Zahl der Rentnerinnen und Rentner um über drei Millionen Menschen gestiegen ist. Leitautor Florian Blank fasst zusammen: Alarmistische Erzählungen wie die, das System stehe vor dem Kollaps oder für Jüngere würden sich Beitragszahlungen nicht lohnen, lassen sich empirisch nicht belegen.

Das ändert nichts an der Berechtigung der Kritik an gebrochenen Finanzierungszusagen. Es bedeutet nur: Die richtige Frage ist nicht „Stirbt die Rente?“ Die richtige Frage ist: „Warum hält der Staat eigene Zusagen nicht ein, obwohl das System grundsätzlich tragfähig ist?“ Quelle: TAZ

Die Pflegekasse: Dasselbe Spiel, eine Runde weiter


2023 sah der Referentenentwurf zum Haushaltsfinanzierungsgesetz vor, den Bundeszuschuss zur sozialen Pflegeversicherung von jährlich einer Milliarde Euro vollständig zu streichen — bis 2027. AOK-Chefin Dr. Carola Reimann:

„Beitragsgelder der Versicherten und Arbeitgeber, die eigentlich in den Pflegevorsorgefonds fließen sollten, werden damit indirekt zur Sanierung des Bundeshaushaltes zweckentfremdet.“

Das Wort zweckentfremdet steht da. Nicht in einem kritischen Kommentar. Im offiziellen Statement des größten Krankenkassenverbandes Deutschlands.

AOK-Statement Aug. 2023 (PDF) → aok.de | AOK-Statement Haushaltsplanung 2025 (PDF) → aok.de | Bundesrechnungshof GKV Sept. 2025 → bundesrechnungshof.de

Die GKV: Warum die Kassen wirklich leer sind


Die gesetzliche Krankenversicherung hatte 2024 ein Defizit von rund zehn Milliarden Euro. Der Bundesrechnungshof warnte: Ohne Strukturreform könnten bis 2027 weitere 12 bis 16 Milliarden Euro fehlen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag hat sich seit 2015 von 0,9 auf 3,13 Prozent mehr als verdreifacht. Gesamtgesellschaftliche Aufgaben werden aus Beitragstöpfen finanziert statt aus Steuermitteln. Wenn die Kassen leer sind, lautet die Lösung: höhere Beiträge. Nicht: mehr Steuermittel.

[h2]Wohngeld: Erst ausgeweitet, jetzt eingedampft

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2023 war das Wohngeld-Plus-Gesetz die größte Wohngeldreform der bundesdeutschen Geschichte. Die Zahl der Berechtigten stieg von 600.000 auf 1,4 Millionen Haushalte.

Der durchschnittliche Zuschuss verdoppelte sich nahezu — von 180 auf 370 Euro im Monat. Eine Heizkostenkomponente und eine Klimakomponente kamen neu dazu, weil hohe Energiepreise und energetische Sanierungen die Mieten in die Höhe trieben.

Drei Jahre später soll genau das wieder zurückgenommen werden.

Bundesbauministerin Verena Hubertz kündigte im Juni 2026 an:

„Die Kürzungen beim Wohngeld werden leider alle bisherigen Empfänger betreffen. Ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte wird rausfallen.“


Von rund fünf Milliarden Euro jährlicher Ausgaben sollen nur noch drei Milliarden übrig bleiben.

Betroffen sind 1,2 Millionen Haushalte mit durchschnittlich 287 Euro Wohngeld im Monat. 52 Prozent davon sind Rentnerinnen und Rentner. 44 Prozent Familien.

Selbst die eigene Ministerin sagte im Bundestag:

„Auch ich tue mich damit wirklich schwer.“


Die Opposition nannte es die „drastischste Sozialkürzung, die diese Regierung bisher diskutiert hat“ — und einen „riesengroßen Kahlschlag“.

Der bittere Kontrast: die eigene Werbung von 2023

Wie scharf dieser Rückbau ist, zeigt ein Blick zurück — in Form der eigenen Werbung. Mit genau diesem Wohngeld Plus warb die SPD 2023 noch selbstbewusst:

„390,81 Euro Wohngeld sind für ihn die halbe Miete. Unser neues Wohngeld Plus hilft jetzt ca. 2 Millionen Haushalten.“


Drei Jahre später will dieselbe Partei genau das kürzen. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, kommentierte auf Bluesky trocken:

Bluesky-Post von Joachim Rock, Paritätischer Wohlfahrtsverband: Kritik an SPD-Sparplänen beim Wohngeld, mit Screenshot der SPD-Werbekampagne von 2023 für Wohngeld Plus

„In einem 525 Milliarden Euro schweren Bundeshaushalt will die SPD ausgerechnet das Wohngeld von 1,2 Millionen Haushalten — zu 44 Prozent Familien, zu 55 Prozent Rentnern — massiv kürzen. Echt jetzt?“


Was das für Trier und die Region bedeutet


Wie konkret das wird, zeigt eine Musterrechnung für ein Ehepaar mit zwei Kindern (13 und 9 Jahre) in einer strukturschwachen Region — Wohngeldstufe 1, wie sie für Trier und Umgebung typisch ist. Bruttokaltmiete 580 Euro, Heizung 120 Euro, ein Elternteil arbeitet.

Das Ergebnis: Bis zu einem Bruttoeinkommen von 1.225 Euro bekommt die Familie Unterstützung vom Jobcenter. Zwischen 1.225 und 3.800 Euro brutto greift die Kombination aus Wohngeld und Kinderzuschlag. Und selbst bei einem Bruttoeinkommen von 4.540 Euro — das entspricht einem Stundenlohn von etwa 26 Euro — besteht noch Anspruch auf Wohngeld.

2023 Wohngeldanspruch für Fachkräfte


26 Euro Stundenlohn — das ist die Obergrenze, ab der laut der Musterrechnung kein Wohngeldanspruch mehr besteht. Schaut man sich an, wer in Deutschland tatsächlich wie viel verdient, zeigt sich: Die meisten Fachkräfte in gesellschaftlich angesehenen Berufen liegen darunter. Eine Pflegefachkraft verdient nach mehreren Berufsjahren rund 23 Euro pro Stunde. Ein Elektriker oder ein Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima — Berufe, in denen laut Zentralverband des Deutschen Handwerks rund 250.000 Stellen unbesetzt bleiben, weil so dringend Fachkräfte gesucht werden — liegt bei 17 bis 25 Euro. Ein Polizist im mittleren Dienst bei 16 bis 20 Euro.

Das sind keine Ausreißer nach unten. Das ist die Realität in Berufen, ohne die nichts funktioniert: Pflege, Sicherheit, Handwerk. Berufe, die niemand als gering schätzen würde — und die trotzdem, in einer Familie mit zwei Kindern, ohne staatliche Unterstützung oft nicht über die Runden kommen.

(Hinweis: Ich habe Trier gewählt, weil es meine Heimatregion ist und hier die Armutsquote sehr hoch ist. Die Musterrechnung hat damals der Sozialarbeiter Sozi_Simon für mich erstellt und basiert auf den Wohngeldregeln seit der Reform von 2023. Mieten, Heizkosten und Löhne haben sich seither verändert — die genauen Beträge können heute abweichen, das Grundprinzip bleibt aber bestehen.)

💬 Frage an die Lesenden:
Wenn Sie das lesen — kommt Ihnen der Gedanke, dass auch Sie Anspruch haben könnten? Oder gingen Sie bisher davon aus, dass Wohngeld nichts für Menschen in "anständigen" Berufen wie dem Ihren ist?

Und noch etwas verschwindet mit: Wer auch nur 10 Euro Wohngeld erhält, hat automatisch Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) — kostenloses Schulessen, Übernahme von Schulausflügen, Zuschuss zu Vereinsbeiträgen, Befreiung von Kita-Gebühren. Bis zu 1.000 Euro pro Jahr und Kind. Fällt das Wohngeld weg, fällt das alles mit weg — leise, ohne eigene Schlagzeile.

💬 Frage an die Lesenden:
Und wie würde es Ihnen gehen, wenn Ihnen von einem Monat auf den anderen 287 Euro fehlen würden — die Hälfte einer durchschnittlichen Kaltmiete?

Das Muster wiederholt sich: Eine Leistung wird erkämpft, ausgebaut, gefeiert. Drei Jahre später ist sie ein Kostenfaktor, der wieder eingedampft wird. Die Menschen, die heute Wohngeld bekommen, sind dieselben, die morgen Bürgergeld zur Neuen Grundsicherung beziehen, übermorgen vielleicht Pflege organisieren müssen, und die mit 70 noch arbeiten sollen.

[h2]Was gleichzeitig gefordert wird: Länger arbeiten, selbst vorsorgen, mehr leisten

[/h2]

Während Leistungen gekürzt, Regelsätze eingefroren und Sanktionen verschärft werden, läuft eine Parallelerzählung: Deutschland muss mehr leisten. Mehr arbeiten. Länger arbeiten. Selbst vorsorgen.

Überstunden sollen steuerfrei werden. Im Koalitionsvertrag 2025: Zuschläge für Mehrarbeit steuerfrei. IAB-Forscher Enzo Weber: Man wird mehr Stunden bekommen – aber von ohnehin schon lang arbeitenden Männern.

Tägliche Höchstarbeitszeit soll durch wöchentliche ersetzt werden. Was als Flexibilisierung verkauft wird, ist aus der Perspektive vieler Beschäftigter Entgrenzung.

Wirtschaftsministerin Reiche (April 2026): Länger leben, länger arbeiten — das Rentenalter soll der steigenden Lebenserwartung folgen. Langfristig: Rente erst ab 70.

Rente mit 70 — für wen eigentlich? Wenn Wirtschaftsministerin Reiche sagt Länger leben, länger arbeiten, klingt das wie eine mathematische Gleichung. Aber die Gleichung stimmt nur für einen Teil der Bevölkerung.

Wer arm ist, stirbt früher. Das ist keine Vermutung — das ist seit Jahren dokumentiert. Eine Studie des Max-Planck-Instituts zeigt: 65-Jährige mit sehr hohen Altersbezügen hatten 2005 eine verbleibende Lebenserwartung von knapp 19 Jahren. Das unterste Einkommensfünftel dagegen erreichte den 80. Geburtstag in der Regel nicht mehr — ihnen verblieben nach dem 65. Geburtstag im Schnitt nur knapp 15 Jahre. Vier Jahre weniger. Und dieser Unterschied hat sich seitdem nicht verringert — er ist bis 2016 auf mehr als fünf Jahre gewachsen.

Satirische Stellenanzeige der fiktiven Firma Bis Zuletzt GmbH sucht Ausdauerbeauftragte m/w/d – Benefits: Beerdigungskosten auf Anfrage, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Rentenalter 70 statistisch nicht erreichbar. Mit tanzenden Skeletten. Zum Artikel Sozialstaat Deutschland Geschichte.

Dazu kommt: Die Lebenserwartung steigt generell langsamer als das Rentenalter. Wir machen also strukturell Minus — und zwar auf Kosten derer, die ohnehin weniger haben, kürzer leben und körperlich härter gearbeitet haben.

Rente mit 70 für jemanden, der mit 16 auf dem Bau oder in der Pflege angefangen hat — das ist faktisch keine Rente mehr. Es ist Sterben bei der Arbeit. Oder: ein Leben lang einzahlen und am Ende mit Abschlägen rausgehen, weil der Körper nicht mitmacht.

💬 Frage an die Lesenden:
Die Frage ist also nicht nur: Können wir uns Rente mit 70 leisten? Die Frage ist: Für wen gilt das eigentlich?

MPG-Studie Lebenserwartung nach Einkommen → mpg.de/13305168/kleine-rente-kuerzeres-leben | Lebenserwartung steigt langsamer als Rentenalter (Spiegel) → spiegel.de/wirtschaft/bundesregierung-lebenserwartung-steigt-langsamer-als-rentenalter-a-bdc7561a-7bea-4b9b-8446-bc477f9516fc | Rentenalter steigt schneller als Lebenserwartung (Zeit) → zeit.de/arbeit/2026-04/rente-lebenserwartung-lebensarbeitszeit-rentenalter-bundesregierung-gxe

Die Junge Union fordert in ihrem Antrag Reformjahr 2026 die Abschaffung der Rente mit 63 und ab 2031 alle zehn Jahre sechs Monate mehr Rentenalter. Wer körperlich schwer arbeitet und nicht bis 68 oder 70 durchhält, geht mit Abschlägen. Oder wird vorher krank.

Ab 1. Juli 2026 wird das Bürgergeld offiziell in Grundsicherungsgeld umbenannt — mit deutlich verschärften Sanktionen. Wer einen Termin versäumt, dem können Regelsatz, Unterkunftskosten und Krankenversicherungsbeiträge vollständig gestrichen werden.

Und damit sind wir wieder bei 563 Euro. Und 6,51 Euro pro Tag für Essen.

[h2]Was vom Streik geblieben ist — und was der Sozialstaat Deutschland daraus macht

[/h2]

Immer wieder lese oder höre ich den Ruf Armutsbetroffener Menschen nach den großen Streiks von damals. Es wird gefordert, dass die Gewerkschaften Streiks und Demos organisieren. Und ja auch ich bin der Meinung, dass die „Großen“ was tun sollten. Aber das ist nicht mehr so einfach wie in meiner Kindheit habe ich durch die Recherche für diesen Artikel festgestellt. Und wer in sich geht und sich das alles mal in Ruhe durch den Kopf gehen lässt, wird vielleicht zu einem erschreckenden Urteil gelangen. Aber das überlasse ich den geneigten Lesenden.

Wer heute in Deutschland streikt, streikt anders. Der größte Warnstreik der jüngeren Geschichte fand am 27. März 2023 statt — EVG und ver.di legten Busse, Bahnen, Flugzeuge und Häfen lahm. Er dauerte einen Tag. Der Streik für die 35-Stunden-Woche 1984 dauerte fast sieben Wochen.

Das ist kein Zeichen schwächerer Entschlossenheit. Heute arbeiten über 70 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor — weiblicher, migrantischer, prekärer. Wer befristet beschäftigt ist, riskiert seinen Vertrag. Und in Deutschland ist der politische Streik verboten. Der letzte Generalstreik auf deutschem Boden fand am 12. November 1948 statt — vor Inkrafttreten des Grundgesetzes.

Die GDL hat 2024 nach neun Streikphasen die schrittweise 35-Stunden-Woche im Bahnschichtdienst bis 2029 durchgesetzt. ver.di gewann fast 200.000 neue Mitglieder. Aber die gesellschaftliche Dimension fehlt. Die Angst vor dem sozialen Abstieg wirkt heute eher als Disziplinierungsmittel. Sie hält still.

[h2]Was das Grundgesetz verspricht — und wer es umsetzt

[/h2]

Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Artikel 20: Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2010 die Hartz-IV-Regelsätze für verfassungswidrig — weil die Berechnung willkürlich und intransparent war. Was das Gericht nicht sagen kann: Was genug ist. Was ein würdiges Leben kostet. Das sind politische Fragen.

Elisabeth Selbert musste zweimal scheitern, bevor ihre Formulierung ins Grundgesetz aufgenommen wurde. Sie hätte aufgeben können. Stattdessen ist sie ins Land gefahren, hat gesprochen, hat mobilisiert. Es funktionierte.

6,51 Euro pro Tag für Essen. Rente mit 70 in der Diskussion. Bürgergeld wird zur Neuen Grundsicherung mit verschärften Sanktionen. 8,8 Milliarden Euro weniger Bundeszuschuss zur Rente. Pflegekasse als Haushaltsmasse. Krankenkassenbeiträge auf Rekord Niveau.

Das Grundgesetz verspricht einen sozialen Bundesstaat Deutschland. Es garantiert ihn nicht. Das tun immer Menschen. Und Menschen brauchen Strukturen, um handeln zu können — und das Wissen, dass das, was gerade passiert, keineswegs alternativlos ist. Es ist eine Entscheidung. Wie jede andere.

Was Sie jetzt tun können – Auf die Straße gehen

Es gibt Menschen die nicht erst seit gestern warnen. In Köln steht jeden dritten Samstag hinter dem Bahnhof eine Gruppe von Betroffenen — seit Jahren. Sie haben genau das immer wieder gesagt was jetzt in Paragraphen gegossen wurde. Niemand hat zugehört. Das Gesetz kam trotzdem.

Plakat Demo gegen Armut Köln Breslauer Platz – jeden dritten Samstag im Monat ab 14 Uhr – Komm auch Du – #armutsbetroffen

Sie stehen da. Jeden dritten Samstag im Monat.

Am Breslauer Platz, hinterm Kölner Hauptbahnhof. Von 14 bis 16 Uhr.

Klein. Beharrlich. Laut in der Stille.

📍 Breslauer Platz, hinterm Kölner Hauptbahnhof | 🕑 14–16 Uhr

2026

  • Sa, 16. Mai 2026
  • Sa, 20. Juni 2026
  • Sa, 18. Juli 2026
  • Sa, 15. August 2026
  • Sa, 19. September 2026
  • Sa, 17. Oktober 2026
  • Sa, 21. November 2026
  • Sa, 19. Dezember 2026

2027

  • Sa, 16. Januar 2027
  • Sa, 20. Februar 2027
  • Sa, 20. März 2027
  • Sa, 17. April 2027
  • Sa, 15. Mai 2027
  • Sa, 19. Juni 2027
  • Sa, 17. Juli 2027
  • Sa, 21. August 2027
  • Sa, 18. September 2027
  • Sa, 16. Oktober 2027
  • Sa, 20. November 2027
  • Sa, 18. Dezember 2027

Jeden dritten Samstag im Monat – komm einfach vorbei.

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Mahnwache am 1. Juli gegen die Einführung der Neuen Grundsicherung

Sie haben diesen Artikel bis hierher gelesen. Vielleicht erkennen Sie sich selbst in einer der Zahlen wieder — als Pflegende, als jemand mit Wohngeldanspruch, als jemand, der mit 70 noch arbeiten soll. Vielleicht sind Sie heute nicht betroffen. Aber die Geschichte dieses Artikels zeigt: Das kann sich ändern, schneller als man denkt.

Am 1. Juli 2026 — dem Tag, an dem die Neue Grundsicherung in Kraft tritt — sind bundesweit Mahnwachen und Protestaktionen angekündigt. Eine davon findet von 10 bis 13 Uhr vor dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf statt, organisiert vom Sozialaktivisten Thomas Wasilewski aus Mönchengladbach — selbst Betroffener, Mitglied bei ver.di und im Sozialverband Deutschland, ehrenamtlich bei der Tafel aktiv.

Es ist eine von mehreren Aktionen, die sich für diesen Tag formieren — nach den Großdemonstrationen in Hamburg am 7. Juni und der Kundgebung des Paritätischen in Hannover am 10. Juni reiht sich der 1. Juli als nächster Termin ein. Im Mittelpunkt sollen die Stimmen der Betroffenen selbst stehen — nicht abstrakte Paragrafen, sondern das, was die Reform für reale Menschen bedeutet.

ver.di NRW unterstützt mit der Initiative „Neue Grundsicherung — für soziale Sicherheit statt neue Hürden“. Weitere Informationen und Mitmachmöglichkeiten: verdi.de/nrw/mitmachen/gruppen/neue-grundsicherung-fuer-soziale-sicherheit-statt-neue-huerden

Wer wissen möchte, ob es auch in der eigenen Stadt eine Aktion gibt, findet über lokale ver.di-Gliederungen, Sozialverbände oder den Paritätischen vor Ort oft kurzfristig aktuelle Termine.

📖 Weiterlesen – Armut & System

Hintergründe, Zahlen und Werkzeuge zum Thema Grundsicherung.

📋 Hinweis zur Sorgfalt:
Dieser Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, mit Quellenangaben versehen und mehrfach gegengelesen. Dennoch gilt: Gesetzesvorhaben, Zahlen und politische Ankündigungen können sich kurzfristig ändern — besonders bei einem Thema, das sich Woche für Woche weiterentwickelt. Sollte sich an einer Stelle ein Fehler eingeschlichen haben oder eine Zahl überholt sein, freue ich mich über einen Hinweis. Für individuelle Rechtsfragen zu eigenen Ansprüchen ersetzt dieser Artikel keine Beratung — wenden Sie sich dafür an Ihr Jobcenter, eine Schuldnerberatung, den Sozialverband Ihrer Wahl oder Beratungsstellen wie Tacheles e.V.
▶ Quellen & Nachweise

Grundgesetz & Parlamentarischer Rat

Streik 1984 – 35-Stunden-Woche

Krupp-Arbeitskampf Rheinhausen 1987/88

Streiks heute – Vergleich zu früher

  • GDL-Tarifabschluss 2024, 35-Stunden-Woche Bahnschicht · gdl.de
  • ver.di Mitgliederentwicklung und Tarifrunden · verdi.de

Lebensmittelpreise & Kaufkraft

Pflegeversicherung & Pflegekasse

  • AOK-Statement Streichung Bundeszuschuss Pflegeversicherung, Aug. 2023 · aok.de (PDF)
  • AOK-Statement Haushaltsplanung 2025, Juni 2025 · aok.de (PDF)
  • Destatis: Pflegebedürftige nach Versorgungsart · destatis.de
  • Pflegeheim Eigenanteil 2025/2026 · sparkasse.de
  • Verband der Ersatzkassen (vdek) zu Pflegekosten · vdek.com

Gesetzliche Krankenversicherung

Rentenkasse & Bundeszuschuss

Rentenformel & Rentenniveau

Rente mit 70 & Lebenserwartung

  • MPG-Studie: Kleine Rente, kürzeres Leben · mpg.de
  • Lebenserwartung steigt langsamer als Rentenalter (Spiegel) · spiegel.de
  • Rentenalter steigt schneller als Lebenserwartung (Zeit) · zeit.de
  • Lebenserwartung 2026: Rentenalter vs. verbleibende Jahre · buerger-geld.org
  • Rente nach Beitragsjahren statt Alter – Debatte · buerger-geld.org
  • Bas zu späterem Renteneintritt für Akademiker · beck-aktuell.de
  • Frühstart-Rente – Eckpunkte Bundeskabinett · kpmg.com
  • Aktivrente – Studie Bertelsmann Stiftung · bertelsmann-stiftung.de

Gehaltsdaten Berufsgruppen

Wohngeld

Neue Grundsicherung & Sanktionen

Protest & Mahnwachen 2026

Gleichberechtigung – Geschichte & Umsetzung

Allgemeine & weiterführende Quellen

Alle Links wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung geprüft. Bei Gesetzesänderungen und neuen Entwicklungen wird dieser Artikel aktualisiert.

#Sozialstaat #GrundgesetzDeutschland #Sozialabbau #Rente #Rentenkasse #Pflegeversicherung #Bürgergeld #NeueGrundsicherung #Grundsicherungsgeld #Kaufkraft #HartzIV #SozialeGerechtigkeit #Streik

Buchcover „Leitfaden SGB II / SGB XII" von Harald Thomé, 33. Auflage 2026/2027, Nomos Verlag. Links das Zitat: „Wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen."

Wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen. Der Leitfaden SGB II / SGB XII von Harald Thomé gilt laut Beck-Verlag als „Standardwerk“ – als einziger umfassender Ratgeber für beide Rechtsgebiete unverzichtbar für Beratung und als Nachschlagewerk.

Die 33. Auflage erscheint im Juli 2026 und erklärt topaktuell alle Auswirkungen der Änderungen ab 1. Juli – vom Bürgergeld zum Grundsicherungsgeld. Wer in der Sozialberatung arbeitet, mit Betroffenen zu tun hat oder einfach wissen will welche Rechte noch bestehen: Dieses Buch gehört ins Regal.

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Auf einer schwarzen Platte liegt ein Handtuch mit Kochlöffeln. Daneben eine Grafik im Buchformat "Pfiffige Frühstücksideen - Für Zuhause und unterwegs - Gesund muss nicht immer langweilig sein" Test auf dem Bild: Mein Dankeschön für deine Anmeldung zum Newsletter.

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📊 Paritätischer Wohlfahrtsverband – Armutsbericht 2026

Titelbild Paritätischer Armutsbericht 2026: Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband | Juni 2026

Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit

13,3 Millionen Menschen leben in Einkommensarmut – Höchststand seit fünf Jahren. Trier: 21,4 % – bundesweite Spitze aller ausgewerteten Regionen.

→ Zum Armutsbericht 2026

📄 Paritätischer Wohlfahrtsverband – Stellungnahme

§ PARITÄTISCH

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband | November 2025

Abwicklung der Bürgergeldreform

Die Reform begrenzt soziale Rechte, belastet einseitig Leistungsberechtigte und nimmt erhebliche soziale Folgekosten in Kauf. Stellungnahme zum 13. SGB II-Änderungsgesetz.

→ Stellungnahme lesen

📚 Buchtipp von Nicola Dülk

Leitfaden SGB II SGB XII von Harald Thomé, 33. Auflage 2026/2027

Harald Thomé | ab 31. Juli 2026 erhältlich

Leitfaden SGB II | SGB XII: Grundsicherungsgeld und Sozialhilfe von A–Z

Mein Tipp: Das jeweils aktuelle Thema nachschlagen, mit Zetteln markieren und immer mit zum nächsten Termin nehmen. Mir hat das Buch schon sehr oft geholfen – und ich konnte damit auch anderen sehr gut helfen.

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📖 Ein kleines Buch. Ein ziemlich großer Meilenstein für mich. Und ich bin ein bisschen (sehr) stolz auf „Antonia und Josef auf Geräuschejagd“.

Denn zum ersten Mal durfte ich die Illustrationen für ein ganzes Büchlein (und das auch noch für mein Herzensprojekt @ohrenspitzer) übernehmen.

Das Ergebnis ist kostenfrei als PDF und gedrucktes Mini-Büchlein erhältlich.

👉 Hier entlang: lfk.de/shop/#article-57

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Das Portal Klima-Mensch-Gesundheit gibt Informationen und Tipps, wie Kinder und Erwachsene in Kita und Schule gut mit Hitze umgehen können und worauf Verantwortliche achten sollten.
In einer Mediathek sind Erklärvideos, Broschüren, Infografiken und Unterrichtsmaterialien zu finden.
klima-mensch-gesundheit.de/hit…
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Ferienzeit ist Entdeckerzeit! ☀️⛺

Deshalb gibt es zu unserem August-Hörtipp diesmal Ideen, die sich auch prima zu Hause oder im Urlaub ausprobieren lassen.

In „Kekskrümel unterm Himmelszelt“ geht Jana beim Zelten mit ihrem Papa großen Fragen nach: Wie entstand unsere Erde? Warum gibt es Jahreszeiten? Und was macht unseren Planeten so besonders? 🌍

👉 Hier können Sie unsere Methoden entdecken: ohrenspitzer.de/toene-fuer-kin…

#FediLZ #Fedieltern #Ferien #Freizeit #abenteuer #Bildung #Basteln #Kita #spaß


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NEU: Das Ohrenspitzer-Büchlein "Antonia und Josef auf Geräuschejagd"

Mit unserem neuen Büchlein nehmen Antonia und Josef Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren mit auf eine spannende Geräuschejagd durch ihren Alltag. Auf spielerische Weise entdecken sie, wie viel es zu hören gibt und wie wertvoll bewusstes Zuhören für die Sprachentwicklung ist.

Hier kostenfrei herunterladen oder bestellen: lfk.de/shop/#article-57

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👂 Wann ist ein Ton eigentlich wirklich zu Ende?

Eine einfache Frage und doch antworten Kinder oft ganz unterschiedlich.

Die Methode sensibilisiert Kinder ganz nebenbei für bewusstes Zuhören und zeigt: Unsere Ohren nehmen die Welt nicht alle gleich wahr.

Ideal als kleines Hörritual für den Start oder Abschluss eines Kita- oder Schultages.

👉 Weitere Methoden auf ohrenspitzer.de/

#Ohrenspitzer #FediLZ #Kita #Grundschule #Zuhören #FediEltern #Medienbildung #Schule #Ferien



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🔋 Zuhören kostet Energie

Kennen Sie das? Ein Kind hört aufmerksam zu und plötzlich wird es unruhig oder rutscht auf dem Stuhl hin und her.

Das muss nicht bedeuten, dass es kein mehr Interesse hat. Zuhören ist ein aktiver Prozess, der Konzentration und Energie benötigt.

Deshalb setzen unsere Methoden auf den Wechsel von Zuhören, Bewegung und aktivem Tun. So bleibt das Ohr aufmerksam und der Kopf aufnahmebereit.

👉 www.ohrenspitzer.de

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Hallo,
wir haben hier 2 x Terra PC mit AMD A6 CPU
AMD A6-3650
DVD Rom
16 GB Ram
480 GB Kingston SSD

Diese wollen wir gerne an eine Schule oder soziale Einrichtung spenden.
Vorzugsweise im Raum Kiel,
wir können aber auch versenden.

Falls jemand eine bedürftige Einrichtung kennt, oder selbst bei einer tätig ist,
bitte melden.

Aktuell ist kein OS drauf, wir können aber gerne ein Linux draufspielen.

#soziales #spenden #spendenStattWegwerfen #pcspenden
#schule #kita #terra #wortmann



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🪄 Eine Methode für kleine Zaubermomente im Alltag

Ein Kind wird zum Zauberkind. Mit einer Bewegung erwachen Instrumente zum Leben: mal leise, mal laut, mal einzeln, mal als ganzes Orchester. Sobald die Decke wieder darüber liegt, verstummen die Klänge.

Die Methode „Verzauberte Melodien“ verbindet Fantasie mit genauem Zuhören.

🎵 Ideal ab 3 Jahren und als magische Abwechslung für Kita und Grundschule

📌 www.ohrenspitzer.de

#FediLZ #Fedieltern #Kita #Kinder #Magie #Bildung #Schule #fantasy


Schlechte Nachrichten für Eltern pünktlich zum Monatswechsel: Ab dem Herbst wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Landeshauptstadt teurer. #Dresden #DresdenNews #Kitagebuehren #Kita #Kindergaten #Hort #Elternbeitraege #KitaElternbeitraege #Kindertagesbetreuung diesachsen.de/dresden-news/dre…


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Nach den #Sommerferien in der #Kita oder den 1. und 5. Klassen: #Eltern vernetzen sich - meist mit #Whatsapp, weil die Diskussion um Alternativen oft sinnlos ist.

Deshalb bietet der #Elternbeirat in mehreren #Schulen in #Erlangen dieses Jahr wieder vorbereitete #datenschutz-freundliche #Chatgruppen mit dem #Messenger #Signal an.

#Kommunikation geht auch ohne Whatsapp! 😎

Den Link zum Tischaufsteller teile ich gerne, wer ihn möchte.

#fediLZ #fediEltern #Medienkompetenz #DigitaleSouveränität


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👂 Zuhören lernen wir nicht nebenbei. Es ist eine zentrale Voraussetzung für Kommunikation, Sprachentwicklung und gemeinsames Lernen.

Gerade deshalb lohnt es sich, dem Zuhören im Alltag bewusst Raum zu geben; sei es durch Gespräche, Hörspiele oder kleine Hörrituale.

Bei Ohrenspitzer finden Sie zahlreiche Methoden, die Kinder dabei unterstützen, ihre Zuhörkompetenz spielerisch weiterzuentwickeln.

👉 www.ohrenspitzer.de

#Ohrenspitzer #FediLZ #FediEltern #Kommunikation #Kita #Grundschule


#neuhier

Wir sind das Kreismedienzentrum Heilbronn und unterstützen pädagogische Fachkräfte im Stadt- und Landkreis Heilbronn in folgenden Bereichen:

🎬 Medienverleih
💡 Beratung
🎓 Fortbildungen
📚 Workshops

Hier informieren wir über unsere Veranstaltungen, neue Medien und unsere Serviceangebote für Schulen, Kitas und weitere Bildungseinrichtungen.

Wir freuen uns auf den Austausch im Fediverse!

#Heilbronn #Medienbildung #Medienpädagogik #Schulebw #Kita


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🌬️ Wann haben Sie zuletzt bewusst dem Wind gelauscht?

Im Alltag rauschen viele Eindrücke an uns vorbei. Unser Hörtipp im Juni "Der kleine rote Panda und die Achtsamkeit" erinnert daran, wie viel es zu entdecken gibt, wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen und genauer hinsehen; oder besser gesagt: hinhören.👂

Kreative Methoden ab 4 Jahre (für Kita und Grundschule):

👉 ohrenspitzer.de/toene-fuer-kin…

#Ohrenspitzer #Achtsamkeit #Kita #Grundschule #FediEltern #Medien #FediLZ #Zuhören #Kinder



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🎨 Alle hören dieselbe Beschreibung. Warum malt dann jedes Kind etwas anderes?

Weil Worte in unseren Köpfen nicht immer dieselben Bilder erzeugen.

🔎 Unsere Methode zeigt, dass Kommunikation mehr ist als das bloße Übermitteln von Infos. Zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was beim Gegenüber ankommt, liegt oft eine ganze Welt.

Genau deshalb gehört „Kunstwerke hören“ zu unseren Lieblingsmethoden.

👉 www.ohrenspitzer.de

#FediLZ #Fedieltern #Schule #Kita #Grundschule #Bildung #Kunst #Medien


Ein Mädchen nahm am Freitag die Hand eines Kindes, das noch nicht lange Deutsch spricht. Ohne große Worte führte sie es durch den Morgenkreis, erklärte Spiele und zeigte ihm seinen Platz. Kein pädagogisches Konzept. Kein Projekt. Kein Arbeitskreis. Einfach Menschlichkeit aus Kinderhand. Manchmal sitzen die wichtigsten Lehrer nicht im Teamraum oder der Konzeptkommission. Manchmal sind sie vier Jahre alt und tragen Gummistiefel. Das sind die Momente, die mich an unsere Zukunft glauben lassen.

#Inklusion #Kita #Vielfalt #Teilhabe #Demokratie #Kinder


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👂 „Piep!“

Manchmal sind es die einfachsten Spiele, die Kinder am meisten fesseln:

Ein Kind sitzt mit geschlossenen Augen in der Kreismitte. Ein anderes sagt nur ein einziges Wort: „Piep!“

Und jetzt wird geraten:
Wer hat da gepiept?

Plötzlich kommt es auf die kleinen Unterschiede an: Stimmen, Klangfarben, Betonung.

✔️ Perfekt für Kita, Grundschule oder für zwischendurch.

👉 Weitere Methoden: ohrenspitzer.de/

#FediLZ #Fedieltern #Spiele #Konzentration #Grundschule #Kita #Kinder #Spiel


Die Politik hat Kitas kaputtgespart. Jetzt tun alle überrascht, dass Kinder Unterstützung brauchen. Die sogenannte "Klasse 0" soll richten, was Länder und Bund seit Jahren verbocken. Kinder sind keine kaputten Maschinen, die man kurz vor der Einschulung repariert. Und auch die Inklusion beginnt am ersten Lebenstag. Wer Fachkräfte streicht, Gruppen vergrößert und Hilfen abbaut, produziert die Probleme selbst. Die Schuld liegt nicht bei den Kindern. Sie liegt bei einer Politik, die Milliarden für alles findet, nur nicht für die Zukunft unserer Kinder.

#Inklusion #Kita #Bildung #Frühförderung #Teilhabe #Kinderrechte #Schule #Politikversagen


Es war kurz nach 16 Uhr. Die Kita fast leer. Nur eine Kollegin saß noch im Mitarbeiterraum. Einfach still. Vor ihr ein kalter Kaffee. Neben ihr ein Zettel vom Arzt. „Arbeitsunfähig“. Sie sagte irgendwann leise: „Ich liebe die Kinder. Aber ich schaffe das alles nicht mehr.“ Genau für solche Momente sitzte ich im Betriebsrat. Nicht wegen Macht. Sondern weil niemand mit seinem Schmerz allein bleiben darf. Denn: Einer muss zuhören. Einer muss kämpfen.

#Kita #Betriebsrat #CareArbeit #SozialeArbeit #Mitbestimmung #Hamburg


Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn wir Milliarden für Olympia, Überwachung oder Prestigeprojekte finden, aber nicht für funktionierende Aufzüge, Inklusion und sichere Kitas? Warum müssen behinderte Menschen noch immer um Würde kämpfen, während Politiker Barrierefreiheit wie Wahlwerbung behandeln? Und wie viele Kinder müssen noch durch kaputte Systeme traumatisiert werden, bevor Fürsorge wichtiger wird als Haushaltszahlen? Vielleicht zeigt sich Zivilisation genau dort, wo und wie sie mit den Schwächsten umgeht.

#Inklusion #Kita #Barrierefreiheit #Menschenrechte #Philosophie


Heute wurde meine Kollegin in unserer Kita von einem Kind als „Türkenschlampe“ beschimpft und angespuckt. Ein Ort, der Kinder schützen und ihnen Menschlichkeit beibringen soll. Noch erschreckender war der Vater. Statt Grenzen zu ziehen, kam er mit „Meinungsfreiheit“ um die Ecke. Nein. Rassismus ist keine Meinung. Menschenverachtung ist keine Erziehung. Wenn Kinder schon so sprechen, haben Erwachsene versagt. Ich stehe klar hinter dem Hausverbot. Und auch hinter der KWG-Meldung. Wer seinem Kind Hass predigt, gefährdet sein Kind. PUNKT

#Kita #Rassismus #AfDVerbot #Kinderschutz #Menschenwürde #Demokratie #Vielfalt #Zusammenhalt #Hamburg #NazisRaus


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🕵️‍♀️ Achtung, neuer Fall bei Ohrenspitzer!

Mit unserem neuen Format „Ganz Ohr!“ bündeln wir Hörbücher, Hörspiele und kreative Methoden zu ausgewählten Themen in speziell konzipierten Themenheften.

Den Anfang macht: 🎧 Krimis und Detektivgeschichten.

Das Themenheft richtet sich an Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Eltern, die nach Inspiration für Kita, Schule oder Zuhause suchen.

👉 ohrenspitzer.de/themen/ganz-oh…

#Krimi #Medienbildung #Kita #Grundschule #FediLZ #FediEltern #Schule #Bildung


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🏠 „Ich ziehe aus!“ – Für Erwachsene oft organisatorisch. Für Kinder manchmal eine ganze Weltveränderung.

🎧 Unser Hörtipp im Mai: „Löre & Luc – Unser lautes Leben“ erzählt in Folge 1 warmherzig und chaotisch von Freundschaft, Veränderungen und großen Gefühlen.

Denn eigentlich zieht Löre „nur“ ein paar Etagen höher. Doch plötzlich ist alles anders.

👉 Hörtipp mit passenden Methoden und Material ab 3 Jahren: ohrenspitzer.de/toene-fuer-kin…

#Kita #Grundschule #Medien #Umzug #FediLZ #Fedieltern #Kindheit


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👂 Augen zu. Ohren auf. Und los geht’s: Was passiert, wenn Kinder ihre Umgebung einmal nicht sehen, sondern nur hören können?

Unser Hörritual "Lauschspaziergang" macht genau das erfahrbar. Ein Kind führt, das andere hört. Plötzlich werden Stimmen, Türen oder Vogelgeräusche ganz anders und viel bewusster wahrgenommen.

👉 Weitere Methoden auf: ohrenspitzer.de

#Ohrenspitzer #FediLZ #Hörbildung #Kita #Grundschule #Zuhören #Medienpädagogik #Achtsamkeit #Fedieltern #Aufmerksamkeit



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#Ohrenspitzer #Newsletter #FediLZ #Hörbildung #Medienbildung #Fedieltern #Grundschule #Bildung #Konzentration #Schule #Kita


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🤫 Pssst… hören Sie das?
Oder besser: Hören Sie nichts?

Genau darum geht es bei der Methode „Stille geht im Kreis herum“.

Ein Gegenstand (z.B. ein Schlüsselbund 🔑) wandert von Kind zu Kind.

Die Herausforderung: kein Geräusch machen.

Plötzlich passiert etwas im Raum:

Alle werden ruhiger.
Alle hören genauer hin.
Jedes Rascheln wird bedeutend.

💡 Kurzes Hörritual (5–20 Minuten) für Kinder ab 3 Jahren

#Ohrenspitzer #Grundschule #FediLZ #Fedieltern #Schule #Stille #Achtsamkeit #Kita #Bildung


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✨ Wie können wir bei Kindern Mut und Selbstvertrauen mit einfachen Mitteln stärken? Unser neuer Ohrenspitzer-Hörtipp im April setzt sich mit dieser Frage auseinander.

👉 Jetzt ansehen und PDF herunterladen: ohrenspitzer.de/toene-fuer-kin…

✔️ Hörtipp mit spielerischen und kreativen Ideen für die Arbeit mit Kindern ab 5 Jahren
✔️ Fördert das genaue Hinhören, stärkt Selbstvertrauen und Mut

#Ohrenspitzer #Hörtipp #Kita #Grundschule #FediLZ #Fedieltern #Medienpädagogik #Mut #Selbstvertrauen #Gemeinschaft