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Items tagged with: Ernährung


@Nowhereman Es gibt leider gerade überdeutlichen Einfluss von Industrielobbys auf die Regierungspolitik, beim Thema Ausbremsen der #Energiewende sowieso, und jetzt beim Thema Unterlaufen der Bemühungen um gesundere #ernahrung Da diese Lobbys öffentlichen Interessen zuwider handeln zugunsten ihrer kleinlichen kurzsichtigen wirtschaftlichen Eigeninteressen, kann ich keine Legitimität solcher Lobbys erkennen.
@OutOfSpace @bahnkundenv @BlumeEvolution



#Zuckersteuer auf zuckerfreie Limonade 🤔 🧁 die Kassen sind wohl leer 🫰💸


Siehe: tagesschau.de/inland/innenpoli…

Demnach soll die #Steuer nicht nur bei zuckerhaltigen Getränken wie Limonaden fällig werden. Sondern zum Beispiel auch bei Nektar, Smoothies und getreidebasierten Drinks wie Hafermilch. Und bei Getränken, die nur Süßungsmittel enthalten. Betroffen wären dann wohl auch zuckerfreie Limonaden.


Eigentlich ist die Zuckersteuer eine längst überfällige gute Idee. Allerdings sollten die Einnahmen zweckgebunden ins Gesundheitssystem fließen. Der Unsinn den die Regierung da wieder plant mutet eher unverständlich an und so als wollten sie die gute Idee wieder vorher unkenntlich machen 😩

#Ernährung #Übergewicht #Zucker #Gesellschaft #Steuern #Getränke #politik #Regierung #Problem


Die menschengemachte Verödung der landwirtschaftlichen Nutzfläche 🐫


Siehe: youtube.com/watch?v=Ls-7a08abu…

#wassermangel #Landwirtschaft #zukunft #Boden #Wüste #umwelt #natur #verödung #Nahrung #ernte #Ernährung #Bauern #Bevölkerung #Gesellschaft #klima #krise #uno


Im Süden sind Tanklaster mit Trinkwasser im Einsatz 😱


Siehe: t-online.de/heim-garten/aktuel…

Der Wassermangel macht es notwendig und das Problem wird sich verschlimmern, da wegen fehlender Gletscher kein Schmelzwasser mehr nachkommt. Die Zukunft wird hart und trocken... 🐫

Verschärft wird das ganze noch durch Energiepflanzen für E10. Die brauchen Wasser und halten die schädlichen Verbrenner am Laufen. Eine Lose-Lose-Situation die aber politisch so gewollt ist 😭

Der Wassermangel sorgt dann durch den Transport von Trinkwasser und LKWs statt Schiff wieder für mehr Emissionen und dadurch zu Klimakrisen.

#umwelt #klima #zukunft #Menschheit #Wasser #Grundwasser #Landwirtschaft #Ernährung #Nahrung #Problem #Emissionen


Save the Date: 3.Oktober!, 12:00 Uhr
In Deiner Nähe!

Reiht euch in #Menschenketten – vom #Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum #Bundeskanzleramt in Berlin und überall im Land.

1. Konsequentes Einhalten unseres #Grundgesetzes

2. Erhalt unserer #Lebensgrundlagen

3. Politik, die #Gemeinwohl vor den Profit weniger stellt

4. Konsequenter Vorrang #ErneuerbarerEnergie

5 #MobilitätsWende, #Ernährung, #Wohnen und mehr

Beobachtet die Website, die noch ziemlich leer ist, aber FFF machen z.B. auch mit.

esbrennt.com/index.html

#OmasGegenRechts #Parents4Future #VCD #AFCD #FridaysForFuture

esbrennt.com/index.html


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Der kaputte Laptop, der nicht ersetzt wird. Das System misst keinen Bedarf. Es misst Verzicht.“
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zeit-fuer-gesundheit-trier.de/…

#armut #ernährung #regelsatz


Von Armutserfahrungen lernen: Reicht das Geld für eine gesunde Ernährung?


Nachbericht: Online-Vortrag „Von Armutserfahrungen lernen: Reicht das Geld für eine gesunde Ernährung?“ | ZEHN – Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen | 20. August 2026 | Moderation: Maren Bürster

Ernährungsarmut und Grundsicherung – zwei Begriffe, die in der Sozialpolitik oft nebeneinander stehen, selten aber wirklich zusammengedacht werden. Beim Online-Vortrag des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen waren über 150 Fachkräfte live dabei. Aus Niedersachsen, NRW, Berlin, Baden-Württemberg, Sachsen. Sozialarbeit, Ernährungsberatung, Kita-Vernetzung, kommunale Verwaltung. Und eine Referentin, die nicht aus dem Lehrbuch zitierte, sondern aus dem eigenen Leben.

Was an diesem Donnerstagvormittag passierte, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Zahlen wurden zu Realität. Und Realität wurde erdrückend.

6,51 € – und was damit wirklich passiert

Das Tagesbudget für Essen und Trinken in der Grundsicherung kennen viele aus Statistiken. Wie es sich anfühlt, damit einzukaufen, wissen die wenigsten.

Im ersten Teil meines interaktiven Vortrags bekamen die Teilnehmenden genau das zu spüren. Sie sollten mit einem virtuellen Budget von 6,51 € einen Tageseinkauf planen – mit echten Preisen aus echten Discountern. Unter Zeitdruck. Es gab nicht ewig Zeit zum Nachdenken und Planen. Das fanden viele beklemmend. Weil es die Realität abbildet: Wer mit 6,51 € einkauft, hat auch keine Zeit für langes Abwägen.

Übung 2 – Einkaufszettel-Grundsicherung-Rechner


Danach zeigte ich meinen Einkaufszettel-Rechner und ließ die Teilnehmenden unter verschärften Bedingungen noch einmal rechnen. Erst hier kamen die Rückfragen, die es in sich hatten.

Eine Teilnehmerin fragte im Chat direkt nach: „Die Preise kommen mir aber sehr niedrig vor… und ich nehme an, nichts ist in Bio-Qualität o. Ä., oder?“Meine Antwort war kurz und ehrlich: Bio können sich Armutsbetroffene kaum bis gar nicht leisten. Das ist korrekt.

Eine andere Person wollte wissen, ob sie trotz Überschreiten ihres eigenen Budgets weiter mitrechnen solle. Ja bitte, war meine Antwort. Denn genau das zeigt mehr als jede aufgehende Zahl: wie weit man tatsächlich drüber liegt.

Das Ergebnis aus der zweiten Übung: Von 35 Teilnehmenden blieben zwei im Budget. Beide mit Einschränkungen.

  • „Ich bin ausgekommen, aber mit einigen Abstrichen im Geschmack.“
  • „Ich kam überhaupt nicht aus und fand mich schon minimalistisch.“
  • „Ohne unerwartete Ausgaben – knapp, ohne Salz.“

Eine weitere Teilnehmerin ergänzte: Sie habe auch den Zeitdruck als beklemmend empfunden.

Rechts finden Sie oben den Zugang zum Padlet mit den Ergebnissen. Darunter der Button zum Rechner.

Zum Rechner

Ernährungsarmut und Grundsicherung: Was der Regelsatz wirklich abdeckt

Fünfstufige Darstellung der Regelsatz-Ermittlung: EVS-Erhebung, Referenzgruppe der einkommensschwächsten 15 %, Warenkorbmethode, politische Anpassung, Fortschreibung per Mischindex.

Woher kommt die Zahl 563 €? Das Statistische Bundesamt befragt alle fünf Jahre rund 60.000 Haushalte zu ihren tatsächlichen Ausgaben – die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Grundlage für den aktuellen Regelsatz: die EVS 2018. Acht Jahre alte Daten.

Herangezogen werden für Einpersonenhaushalte die einkommensschwächsten 15 % – für Familienhaushalte die einkommensschwächsten 20 % (§ 4 RBEG). Was dann als „regelbedarfsrelevant“ gilt, wird zusätzlich politisch bereinigt: Tabakwaren werden herausgerechnet, alkoholische Getränke teilweise durch Mineralwasser ersetzt. Das Bundesverfassungsgericht hat das 2014 zwar grundsätzlich für zulässig erklärt – aber ausdrücklich darauf hingewiesen, der Gesetzgeber stoße dabei „an die Grenze dessen, was zur Sicherung des Existenzminimums verfassungsrechtlich gefordert ist.“

Der Denkfehler steckt im System selbst: Arme Menschen geben armes Geld aus. Nicht was sie brauchen – sondern was sie sich leisten können. Was sie sich nicht leisten können, taucht in den Daten nicht auf. Die fehlende Brille. Die nicht gemachte Physiotherapie. Der kaputte Laptop, der nicht ersetzt wird. Das System misst keinen Bedarf. Es misst Verzicht.

Nicht alle bekommen denselben Betrag. Der Regelsatz ist in sechs Stufen gestaffelt – je nach Haushaltskonstellation und Alter. Diese Werte gelten unverändert seit 2024 – zwei Nullrunden in Folge.

StufePersonengruppe% des EckregelsatzesBetrag (seit 2024 unverändert)
1Alleinstehende / Alleinerziehende100 %563 €
2Partner*innen in Bedarfsgemeinschaft90 %506 €
3Stationäre Unterbringung (Heim o. ä.)80 %451 €
4Jugendliche 14–17 Jahre90 %471 €
5Kinder 6–13 Jahre85 %390 €
6Kinder 0–5 Jahre80 %357 €


Das bedeutet: Wer mit einem Partner zusammenlebt, bekommt automatisch 10 % weniger – obwohl Fixkosten wie Strom, Internet oder Hausrat nicht proportional sinken. Und Kinder unter 6 Jahren erhalten nur 357 € – obwohl gerade in den ersten Lebensjahren der Ernährungsbedarf für eine gesunde Entwicklung besonders hoch ist.

💬 Wichtig: Kindergeld wird vollständig angerechnet – Kindergeld, Kindesunterhalt und Unterhaltsvorschuss kommen nicht obendrauf – sie werden vollständig auf den Grundsicherungsbedarf angerechnet. Wer 250 € Kindergeld erhält, bekommt 250 € weniger vom Jobcenter. Der Staat gibt nichts dazu. Er verrechnet nur.

Die Lebensmittelpreise stiegen zwischen 2019 und 2026 um rund 39 %. In den Jahren 2022 und 2023 jeweils über 13 % – der stärkste Anstieg seit den 1970er Jahren. Der Mischindex zur Fortschreibung des Regelsatzes (70 % Preisentwicklung, 30 % Lohnentwicklung) bildet das nur teilweise ab.

100 € aus dem Jahr 2019 haben heute noch einen Gegenwert von rund 69 €. In einem Budget, das ohnehin auf Kante genäht war.

Was das in Zahlen bedeutet, macht der Paritätische Armutsbericht 2026 sichtbar:

907 €
SGB II Regelbedarf
(Ø 2023)

1.381 €
Armutsschwelle

474 €
Lücke

Der Abstand zur Armutsschwelle wächst – strukturell nicht adressiert. (Paritätischer Armutsbericht 2026)

474 € trennen den durchschnittlichen SGB II Regelbedarf von der Armutsschwelle. Dieser Abstand wächst. Und er wird strukturell nicht adressiert. Das ist Ernährungsarmut und Grundsicherung in Zahlen.

Was im Budget steckt – und was nicht

Eine Teilnehmerin fragte, ob Hygieneartikel und Periodenprodukte im Regelsatz mitgedacht seien. Die Antwort ist unbequem.

Für Körperpflege und Sauberkeit sieht der Regelsatz 21,48 € pro Monat vor. Für Friseurbesuche, Fußpflege und alle weiteren persönlichen Dienstleistungen gibt es die Kategorie „Andere Waren und Dienstleistungen“: 44,93 €. Darin stecken auch Bankgebühren, Porto und Versicherungen.

Zusammen: 66,41 € pro Monat. Für alles.

Körperpflege & Dienstleistungen im Regelsatz – seit 2024 (Stand 2026) Monatliches Budget: 21,48 € (Körperpflege) + 44,93 € (Andere Waren & DL)
Preisbeispiele im Detail anzeigen

Produkt / DienstleistungWas es ist / WofürPreis (ca.)Finanzierbar?
🦷 Zahnpflege
Zahnpasta (75 ml)Tägliche Basispflege0,79–1,49 €✓ knapp
Zahnseide (50 m)Reinigung der Zahnzwischenräume – von Zahnärzt*innen empfohlen0,99–2,49 €kaum
Elmex Gelée (25 g)Fluoridgel – wöchentliche Intensivkur gegen Karies, stärkt Zahnschmelz, behandelt überempfindliche Zahnhälse. Nicht Luxus, sondern Prävention – günstiger als eine Zahnarztreparatur.ca. 5,00–7,00 €nicht
Mundspülung (500 ml)Ergänzende Mundpflege1,49–3,49 €kaum
💧 Haarpflege – Basis
Shampoo (300 ml)Haarwäsche – reicht ca. 4–6 Wochen0,79–2,49 €✓ knapp
Spülung / Conditioner (200 ml)Pflege nach dem Waschen, besonders bei langen oder trockenen Haaren nötig1,49–2,95 €kaum
Haarkur / Haarmaske (200 ml)Intensive Pflege 1× pro Woche – bei geschädigtem oder trockenem Haar empfohlen1,99–4,99 €nicht
Haaröl / HaarpflegeserumSchutz vor Spliss, Glanzpflege, Hitzeschutz vor dem Föhnen3,99–8,99 €nicht
✂️ Haarstyling
Haargel (150 ml)Styling und Halt – für viele ein alltägliches Basismittel1,29–3,49 €kaum
Haarspray (300 ml)Fixierung der Frisur – Standardprodukt in den meisten Haushalten1,95–3,99 €kaum
Stylingcreme / HaarwachsDefinition und Halt für kurze oder strukturierte Frisuren2,99–6,99 €nicht
🪮 Haar-Zubehör
HaarbürsteGrundausstattung – muss regelmäßig ersetzt werden2,99–9,99 €kaum
Haargummis (Set 10–20 Stück)Alltagsbedarf besonders für längere Haare – gehen schnell kaputt oder verloren0,99–2,49 €✓ knapp
KammGrundausstattung0,79–1,99 €✓ knapp
Haarklammern / HaarspangenAlltäglicher Bedarf1,49–3,99 €kaum
🩸 Periodenprodukte (nur für menstruierende Personen)
Binden / Slipeinlagen (Packung)Monatlicher Grundbedarf – kein Luxus, sondern Notwendigkeit1,49–3,49 €kaum
Tampons (Packung 16 Stück)Monatlicher Grundbedarf1,79–3,99 €kaum
MenstruationstasseWiederverwendbar – langfristig günstiger, aber hohe Anschaffung8,99–24,99 €nicht
🧴 Gesichtspflege
Gesichtscreme / FeuchtigkeitspflegeBasisversorgung der Haut – medizinisch sinnvoll, besonders bei trockener Haut1,99–5,99 €nicht
Gesichtsmaske (Einzel oder Set)Intensivpflege – für die meisten Normalos selbstverständlich0,99–5,99 €nicht
Sonnenschutz (LSF 30+)Hautschutz – medizinisch notwendig, besonders für Kinder3,99–8,99 €nicht
🦶 Fußpflege
Fußcreme (75 ml)Pflege bei trockenen oder rissigen Fersen1,29–3,99 €kaum
Fußmaske / Fußbad (Einzel)Intensivpflege, Entspannung – für Normalos Alltag1,99–4,99 €nicht
Medizinische Fußpflege (Podologie)Bei Diabetes, Nagelpilz, eingewachsenen Nägeln oft medizinisch notwendig – nur teilweise von GKV übernommen30,00–55,00 €nicht
💄 Kosmetik & allgemeine Körperpflege
Gesichtspflege / Feuchtigkeitscreme (50 ml)Basisversorgung der Haut – besonders bei trockener oder empfindlicher Haut medizinisch sinnvoll1,99–5,99 €nicht
LippenpflegebalsamSchutz vor rissigen Lippen – besonders im Winter und bei trockener Luft; für viele Selbstverständlichkeit0,79–2,49 €kaum
BB Cream / Foundation (Abdeckung)Grundlage für einen gepflegten Auftritt im Beruf oder bei Behördenterminen2,99–8,99 €nicht
Mascara / WimperntuscheBasisschminke – für viele Frauen Standard beim Arbeiten oder Ausgehen2,49–7,99 €nicht
Lippenstift / LipglossBasiskosmetik1,99–6,99 €nicht
Nagellack / NagelpflegeGepflegte Nägel – für viele Berufe und soziale Situationen als selbstverständlich erwartet1,29–4,99 €nicht
Deodorant (150 ml)Täglicher Grundbedarf – für Arbeit, Schule, soziale Teilhabe unverzichtbar0,79–2,49 €kaum
Parfüm / KörperspraySoziale Normalität – für viele Berufe und Situationen erwartet3,99–15,99 €nicht
Rasierklinge / EinwegrasiererKörperpflege – für Männer wie Frauen Standardbedarf1,29–3,99 €kaum
💇 Friseurbesuch (fällt unter „Andere Waren & Dienstleistungen")
HerrenhaarschnittEinfacher Schnitt, günstigster Salon25,00–50,00 €nicht
Damenhaarschnitt (Waschen, Schneiden, Föhnen)Einfachste Leistung, günstigster Salon35,00–60,00 €nicht
Coloration / SträhnchenHaarfarbe60,00–180,00 €nicht
Monatliches Budget Körperpflege + Andere Waren & DL zusammen66,41 €für alles

Was das bedeutet: Von 66,41 € im Monat sollen Zahnpflege, Haarpflege, Periodenprodukte, Gesichtspflege, Fußpflege, Friseurbesuch, Versicherungen, Bankgebühren, Porto und alle weiteren persönlichen Ausgaben bezahlt werden. Ein einziger Friseurbesuch übersteigt bereits die Hälfte des Gesamtbudgets für diese Kategorie. Wer menstruiert, verliert einen weiteren erheblichen Anteil für monatliche Periodenprodukte – ohne dass das System dafür einen gesonderten Betrag vorsieht.

Hinweis zu den Preisen: Alle aufgeführten Produkte sind Eigenmarken – keine Markenprodukte. Und sie halten nicht zwangsläufig einen Monat. Shampoo, Deodorant, Rasierklingen, Lippenpflegebalsam – je nach Intensität der Nutzung kann ein Nachkauf deutlich früher nötig sein. Das Budget bleibt gleich. Der Bedarf nicht.

Was viele tun statt zum Friseur zu gehen: Haarfarbe und Strähnchen selbst machen – zu Hause, oft mit Hilfe einer Freundin. Nicht aus Überzeugung, sondern um nicht aufzufallen. Um nicht sichtbar arm zu sein. Das ist kein Einzelfall. Es ist ein unsichtbares Netz gegenseitiger Hilfe, das entsteht, wenn eins sich das Offizielle nicht leisten kann.

Quellen: BMAS – Regelbedarfsermittlungsgesetz (RBEG), Werte seit 2024 unverändert | Buerger-geld.org | Supermarktcheck.de | Lokale-Dienstleister-Portal.de (Friseurpreise 2026) | Eigene Recherche August 2026. Alle Produktpreise: Eigenmarken Aldi/Lidl/Rossmann/dm, Stand August 2026. Preise können regional abweichen.

Zahnseide. Elmex Gelée – eine wöchentliche Fluorid-Intensivkur, die beginnende Karies rückgängig macht. Kein Luxus. Prävention. Und trotzdem mit 5 bis 7 € bereits ein Viertel des monatlichen Körperpflegebudgets.

Ein Herrenhaarschnitt beim günstigsten Friseur: 25 bis 50 €. Ein Damenhaarschnitt: 35 bis 60 €. Ein einziger Besuch übersteigt die Hälfte des Kategoriebudgets. Für menstruierende Personen gibt es keinen gesonderten Betrag.

Alle Produkte in der Tabelle sind Eigenmarken – keine Markenprodukte. Und sie halten nicht zwangsläufig einen Monat. Das Budget bleibt gleich. Der Bedarf nicht.

Was viele statt eines Friseurbesuchs tun: Haarfarbe selbst machen – zu Hause, oft mit Hilfe einer Freundin. Nicht aus Überzeugung, sondern um nicht aufzufallen.

Das ist kein Rechenfehler. Das ist Methode.

Was passiert, wenn eins das Budget wirklich ausschöpft

Nährstoff-Ampel für den günstigsten Wochenkorb (15–20 €): Gemüse und Obst kaum vorhanden, Eiweißquellen und Ballaststoffe nur teilweise. Einziges Gemüse im Korb: Zwiebeln.

Im Vortrag wurde ein absolutes Sparmodell vorgestellt: Der Warenkorb zum niedrigsten Preis pro Kilokalorie, 15 bis 20 € pro Woche. Nur eine Gemüsesorte im gesamten Korb: Zwiebeln. Kaum Vitamine, Ballaststoffe, Mineralien. Viel Zucker durch Ketchup, verarbeitetes Fett durch Margarine.

Wer spart, spart zuerst beim Essen. Nicht weil es am unwichtigsten ist, sondern weil es der einzige Posten ist, über den eins noch Kontrolle hat.

Kann man einen Notvorrat anlegen? Die ehrliche Antwort.

Eine Teilnehmerin fragte nach dem Notvorrat. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt 10 Tage Vorrat – 2 Liter Flüssigkeit täglich, 2.200 Kilokalorien.

Der gut gemeinte Rat lautet oft: Immer etwas mehr kaufen als man braucht. Schritt für Schritt aufbauen.

Das Problem: Wer nicht mal mit dem auskommt, was täglich gebraucht wird, kauft kein bisschen mehr.

Ich weiß das nicht aus dem Lehrbuch. Im Sommer 2021 traf die Flutkatastrophe auch meinen Wohnort Kordel. Tagelanger Stromausfall. Alles, was ich im Keller gelagert hatte, war verdorben. Es hat Jahre gebraucht, um wieder ausreichend Vorräte anzulegen, dass täglich eine warme Mahlzeit auf dem Tisch stand.

Das ist keine fehlende Disziplin. Das ist eine fehlende Ressource.

Die BBK-Liste ist eine Empfehlung, kein Dogma. Viele der dort genannten Produkte mag man selbst gar nicht, und manche halten auch nicht ewig – Nüsse zum Beispiel werden irgendwann ranzig. Mein Tipp: aus der Liste eine eigene bauen, mit dem, was man ohnehin regelmäßig isst und verbraucht. Trockenwaren wie Mehl, Reis, Nudeln, Konserven wie Erbsen, Gulasch oder Marmelade – Dinge, die sowieso auf dem Speiseplan stehen und die eins zwischendurch verbraucht und konsequent wieder auffüllt. So braucht es keinen Extraraum für die Vorräte einer vierköpfigen Familie, sondern einen Vorrat, der zu den gewohnten Lebensmitteln passt.

Ich lagere Mehl, Zucker, Reis und Nudeln inzwischen in verschließbaren Weißblechdosen, damit keine Lebensmittelmotten reinkommen. Und auch an Wasser für Haustiere im Haushalt sollte eins denken – im Notfall braucht nicht nur der Mensch etwas zu trinken.

Auch bei den Wassermengen gilt: Wer sich Wasserflaschen als Vorrat anlegt, sollte alle drei bis vier Monate nachsehen, welche zuerst weg müssen. Auf jeder Flasche steht ein Haltbarkeitsdatum – ältere Ware nach vorne, frische Ware nach hinten. Das Prinzip kennt eins aus jedem Supermarkt.

*Meine Empfehlungen – Nicht nur für Notfälle

Notfallausstattung für den Katastrophenfall: Wasserdesinfektionstabletten, Wasserkanister, Taschenlampe, Wasserfilter, Vorratsdose, Solar-Kurbelradio, LED-Handleuchte, Gaskocher mit Gaskartuschen, Kühlbox mit Akku, faltbarer Wasserkanister

Konserven sind in einer gesunden Ernährung sicher nicht das Nonplusultra. Aber Erbsen, Möhren oder Bohnen aus der Dose sind ab und zu kein Beinbruch, können aber auch im Krankheitsfall Mahlzeiten garantieren – und wer lieber Trockenware nutzt, greift zu getrockneten Erbsen oder Linsen. Die liefern wichtiges Eiweiß und lassen sich problemlos regelmäßig verarbeiten. Bei uns werden aus roten Linsen zum Beispiel oft Linsen-Bolognese – so ist der Vorrat gleichzeitig ganz normales Alltagsessen, kein Sonderfall im Keller. Nüsse haben wir für die Kinder in eine andere Form gebracht: Sie stellen sich selbst kleine Knabbertüten zusammen, verschiedene Nüsse mit Rosinen und getrocknetem Obst, für die Schule zwischendurch. Eiweiß, ein bisschen Vitamine, der Magen ist gefüllt, das Gehirn bleibt leistungsfähig – ohne stundenlang auf die nächste Mahlzeit warten zu müssen.

Am Ende gilt: Die empfohlenen Mengen sind eine Orientierung, kein Gesetz. Meine Empfehlung bleibt dieselbe wie beim restlichen Vorrat – gucken, was im echten Leben tatsächlich gebraucht wird.

Buchcover „Kochen ohne Strom – Das Notfallkochbuch" vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Bassermann Verlag, mit einem dampfenden Topf voller Eintopf auf dunklem Hintergrund.

„Kochen ohne Strom – Das Notfallkochbuch“


– ist ein gemeinsames Projekt des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Bonner Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und weiterer Hilfsorganisationen. Es enthält 50 praxiserprobte Rezepte für Alltag, Camping und Notfall sowie wichtige Tipps zu Stromausfall, Vorratshaltung und Wasserversorgung. Das Buch zeigt, wie man auch ohne funktionierende Küche nahrhaft und schmackhaft kochen kann – und ist damit eine wertvolle Vorbereitung für den Krisenfall.

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Günstig gekauft ist teuer gekauft

Im Chat meldete sich jemand, der anmerkte, sein günstiger Wasserkocher halte seit Jahren. Mag sein. Es kommt darauf an, wie er genutzt wird.

In vielen armutsbetroffenen Haushalten ist der Wasserkocher ein Multifunktionsgerät. Er erhitzt Wasser zum stromsparenden Kochen von Nudeln und Reis. Er erwärmt Spülwasser – wenn es keine Spülmaschine gibt oder für große Töpfe und Pfannen, die nicht hineingehören. Er sterilisiert Einmachgläser. Er füllt Thermoskannen für die Kinder morgens.

Der 8-Euro-Wasserkocher hält vielleicht ein Jahr – bei täglichem Intensiveinsatz. Der 30-Euro-Kocher hält zehn. Armutsbetroffene kaufen den günstigen nicht, weil sie nicht langfristig denken können. Sondern weil sie keine andere Option haben.

Das ist kein individuelles Versagen. Das ist Armut.

Teilnehmerfrage – Was Kitas tun können

Eine Kita-Fachkraft fragte, wie man als Einrichtung armutssensibel mit Mitbringsituationen umgeht. Mit Geburtstagsfeiern, Frühstücksbrotdosen, Klassenfesten.

Es gibt ein Modell, das funktioniert. Nicht aus dem Lehrbuch – aus der gelebten Praxis.

Am Kindergarten meiner Tochter wurde Anfang des Monats ein kleiner Betrag (damals 10€) eingesammelt. Davon wurde täglich ein wechselndes Frühstücksbuffet aufgebaut – nicht die ganze Palette auf einmal. Mal Vollkornbrot mit Aufstrichen, mal Müsli mit Joghurt oder Quark, mal frisches Obst. Aufschnitt stand nicht täglich auf dem Tisch. Die Erzieherinnen bereiteten nachmittags vor: Schüsseln mit Müsli, Joghurt, Quark – abgedeckt, in den Kühlschrank gestellt. Morgens kamen nur noch die frischen Zutaten dazu.

Was dabei passierte, war mehr als Frühstück. Meine Tochter lernte Lebensmittel kennen, die es bei uns zuhause nicht gab. Müsli zum Beispiel. Sie lernte, sich selbst ein Brot zu schmieren, was Haferflocken sind, warum Quark Eiweiß enthält. Alles beiläufig, spielerisch – ohne dass das Wort Ernährungsbildung auch nur einmal fiel.

Und das Wichtigste: Alle Kinder aßen dasselbe. Kein Kind musste sein einfaches Butterbrot neben der aufwendig dekorierten Bento Box positionieren. Kein Kind fiel auf. Kein Kind stand zurück.

Entlastung für alle Eltern


Das Modell versorgt nicht nur armutsbetroffene Kinder – es entlastet alle. Zehn Euro im Monat sind eine gute Ausgangslage, und sie nehmen berufstätigen Eltern etwas ab. Wer sein Kind morgens um sieben in die Kita bringt, weil um acht die Arbeit beginnt, greift schnell zur Tüte vom Bäcker oder zum Knoppers aus dem Automaten. Mit dem Buffet fällt dieser Griff weg – für alle, egal welche Konstellation dahintersteht. Ob alleinerziehende Mutter, die wegen eines Babys zuhause bleibt, ob berufstätige Eltern, ob alleinerziehender Vater. Es profitieren alle. Es gibt keinen Nachteil.

Ernährungsbildung als Alltag – nicht als Lehrstunde


Und Ernährungsbildung fließt so nebenbei in den Alltag ein, ganz ohne Programm. Kinder erzählen zuhause, was sie kennengelernt haben, wollen es nachprobieren – und plötzlich landet es auch auf dem heimischen Tisch. In Vorträgen und Gesprächen höre ich immer wieder: Eigentlich müsste Ernährungsbildung viel früher anfangen, nicht erst in der Schule. Warum nicht im Kindergarten, als ganz normaler Alltag? Wer als Kind lernt, sich selbst ein Brot zu schmieren, Quark abzufüllen oder Joghurt mit Obst zu bedienen, kann später auch die eigene Brotdose mitgestalten – zusammen mit den Eltern. Und wird dabei selbstständiger. Das ist in einer Zeit, in der Kinder immer früher verstehen sollen, wie die Welt funktioniert, kein kleiner Nebeneffekt.

Kein Schweinefleisch auf dem Buffet – alle konnten teilnehmen, unabhängig von Herkunft und Religion. Dieser Ansatz traf im Vortrag auf große Zustimmung.

[h2]Geburtstage in der Kita – wer bestimmt den Standard?

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Der Kindergeburtstag in der Kita ist längst zu einem sozialen Wettbewerb geworden. Aufwendige Obstplatten, selbstgebackene Fondant-Muffins, Goodiebags für dreißig Kinder. Das ist kein Vorwurf an Eltern, die das leisten können und wollen. Es ist ein Hinweis auf das, was dabei passiert: Kinder, deren Familien das nicht leisten können – aus Geldmangel, aus Zeitmangel, aus Erschöpfung – fallen auf. Werden weniger eingeladen. Nicht absichtlich. Aber systematisch.

Die Kitaleitung weiß, welche Familien finanziell nicht gut aufgestellt sind. Der Vorschlag: Genau diese Familien diskret ansprechen – nur sie, nicht alle. Fragen: Was könnt ihr leisten? Und diese Antwort wird zum Standard für alle. Ohne dass irgendjemand öffentlich bloßgestellt wird. Was die eine Familie leisten kann, ist das Maximum für alle.

Und die Goodiebags: Dreißig Kinder bekommen etwas, weil eines Geburtstag hat. Das war mal ein Geburtstag. Heute ist es eine Logistikaufgabe, ein Beliebtheitswettbewerb und eine Frage des Geldbeutels, der über den sozialen Status eines Kindes für Jahre entscheidet, dass quasi gerade erst auf der Welt ist.

🌿 Meine persönliche Meinung: Ein Geburtstag feiert das Kind, das Geburtstag hat – nicht die Kaufkraft seiner Eltern. Früher gab es Spiele, alle haben mitgemacht, am Ende durfte sich jedes Kind eine Kleinigkeit fürs mitmachen bei den Spielen aussuchen. Das Geschenk war das gemeinsame Erleben. Das reicht. Das hat immer gereicht.

Bei Kitafesten dasselbe Prinzip – mit einem wichtigen Zusatz: Zeitspenden als gleichwertige Alternative zu Sachspenden. Wer am Monatsende kein Geld für Kuchen hat, kann beim Aufbau helfen, beim Aufräumen, beim Betreuen der Kinder. Jede Familie bringt mit, was sie hat. Nicht was andere von ihr erwarten.

Was das System nicht leistet – und was Menschen füreinander tun

Im Vortrag habe ich von etwas gesprochen, das sich über die Jahre still aufgebaut hat: ein Netzwerk. Ohne dieses Netzwerk hätte ich vieles nicht geschafft – auch was meine Kinder betrifft.

Wenn das Kind schneller wächst als der Regelsatz


Klamotten und Schuhe für meinen Sohn, der gefühlt täglich gewachsen ist – geholfen hat unter anderem seine Lehrerin, die aus ihrem Bekanntenkreis gut erhaltene Kleidung weitervermittelt hat. Würdevoll, diskret, ohne großes Aufheben. An dieser Schule gibt es heute noch eine Boutique. Schüler*innen können sich dort Klamotten aussuchen – und kostenlos mitnehmen. Kein Antrag. Keine Bedürftigkeitsprüfung. Kein Mitleid. Einfach Kleidung, die man sich aussucht. Das ist Würde statt Almosen.

Mein Sohn hatte Rückenprrobleme und ich kein Geld für einen neuen Schreibtischstuhl. Die Lehrerin hat daraufhin einen Gymnastikball zum Sitzen organisiert. Auch Schultaschen oder auch Dekomaterial gibt es dort. Hier wird unbürokratisch geholfen. Die Lehrkräfte machen das freiwillig in ihrer Freizeit. Also bitte daran denken, wenn das nächste mal behauptet wird Lehrpersonal hätte mehr Freizeit als alle anderen. Es wird nur nicht gesehen, was noch alles geleistet wird.

Mehrtägige Klassenfahrten


Die Abschlussfahrt meines Sohnes ging nach Spanien, fünf Tage, günstig gebucht von der Klassenleitung. Über solche Fahrten kann man geteilter Meinung sein. Für viele Kinder ist es aber die einzige Möglichkeit überhaupt jemals so etwas wie Ferien woanders zu machen. Nur Frühstück und Abendessen waren im Preis enthalten – für alles andere brauchte er Taschengeld. Bildung und Teilhabe ist gut und schön, aber bis das Geld bewilligt wird, vergeht oft viel Zeit. Also streckt eins vor. Auch da hat das Netzwerk geholfen, was fehlte.

Ich hatte ihm ein Budget zurückgelegt, dazu noch eine kleine Reserve für den absoluten Notfall. Die ersten Tage hieß es: vorsichtig mit dem Geld umgehen. Dann kam eine kleine Honorarzahlung rein. Ich hab ihm geschrieben: Kind, genieße deine Klassenfahrt, ich kann zur Not Geld nachschießen. Er hat sich wahnsinnig gefreut – nicht mehr rechnen zu müssen, wie alle anderen einfach mitmachen zu können. Und ist trotzdem verantwortungsvoll mit seinem Geld umgegangen. Darauf bin ich stolz.

Man sagt, um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Mein Netzwerk ist mein Dorf.

Das System leistet das nicht. Menschen tun es trotzdem.

Und dafür bin ich dankbar. Jeden Tag.

Ein tolles Netzwerk, das ich auch im Vortrag erwähnt habe ist das „Netzwerk Mitgestalten! RLP

Ein Netzwerk, das ich jedem empfehlen kann: Netzwerk MitGestalten RLP

Es gibt ein Netzwerk, das mir über die Jahre viel gegeben hat, und das ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen möchte: das Netzwerk MitGestalten RLP, für erwerbslose Menschen in Rheinland-Pfalz von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Kurz LZG.

Was dieses Netzwerk besonders macht: Erwerbslose Menschen werden dort als Expertinnen und Experten für ihre eigene Lebenswelt angesehen. Nicht als Fälle, nicht als Zielgruppe – als Menschen mit Wissen, das gebraucht wird. Wenn die gesetzlichen Krankenkassen Programme zur Gesundheitsförderung anstoßen, sind es dieLebensweltexpert*innen, die sich diese Programme ansehen und sagen können: Funktioniert das so, wie ihr euch das vorstellt? Oder muss nachgebessert werden?

Was mir besonders gefällt: Der Umgang mit den Lebensweltexpert*innen ist verantwortungsvoll. Wer sich in seiner Region ehrenamtlich engagiert, wird über einen Ehrenamtsvertrag honoriert und unterstützt – mit Fortbildungen, mit Material für die eigene Arbeit vor Ort.

Ich habe selbst sehr davon profitiert. Auf einer Energiekostenmesse in Trier habe ich für das Netzwerk über Ernährung und Vorratshaltung gesprochen – wie eins auch in der Küche langfristig Energie sparen kann. Genau das, worüber ich hier blogge. Und dafür wurde ich im Ehrenamt entsprechend honoriert und unterstützt.

Weiterbildungen – die den Wünschen entsprechen


Ein anderes Mal, bei einem digitalen Netzwerktreffen, habe ich angemerkt: Wer jahrelang erwerbslos ist, verlernt irgendwann das richtige Reden. Den Umgang mit Behörden, die passenden Worte. Nicht, weil man dumm ist – sondern weil mit der Zeit weniger Gespräche, weniger geistiger Input, und die Sprache dabei verloren geht. Ich hatte damals ein Rhetorikseminar angeregt, um das Sprechen wieder zulernen, und mit ihm ein Stück Selbstbewusstsein. Das Seminar wurde organisiert, die Fahrkosten übernommen. Ich profitiere heute noch davon.

So kann eins auch als erwerbsloser Mensch das eigene Leben mitgestalten, und das anderer. Im Publikum meines Vortrags saß mindestens eine Person aus diesem Netzwerk – das hat mich sehr gefreut. Diese Person engagiert sich sehr stark in seiner Heimatregion, bildet sich weiter wenn sich die Möglichkeit ergibt und wird dabei aktiv vom Netzwerk unterstützt.

Heute bin ich, wenn ich kann, immer noch dabei. Diesmal als Fachkraft. Das nächste Präsenztreffen findet am 16. November in Trier statt – in meiner Region, ich werde auf jeden Fall da sein.

Es ist eine tolle Gelegenheit armutsbetroffene Menschen mit einzubinden, und ich kann nur jeder Einrichtung empfehlen, Kontakt aufzunehmen und zu fragen, wie das Konzept funktioniert. Denn das Entscheidende ist der verantwortungsvolle Umgang mit menschlichen Ressourcen: dass Lebensweltexpert*innen honoriert und geschätzt werden. Es geht nicht um ein paar Euro zusätzlich. Es geht um das Gefühl, ein Experte, eine Expertin zu sein. Etwas beitragen zu können.

Über dieses Netzwerk bin ich damals – neben anderen Faktoren – wieder stabiler geworden. Es hat mir geholfen, zurück ins Berufsleben zu finden, und viele Kontakte in meiner Region zu knüpfen.

„Das ändert meine Sichtweisen drastischer als gedacht“

Wenn eine Referentin aus dem eigenen Leben erzählt, passiert etwas im Raum. Das wurde nicht getan, um Betroffenheit zu erzeugen. Schweigen ist keine Option.

„Das ändert meine Sichtweisen drastischer als gedacht – vieles war mir in diesem Ausmaß so noch nicht bewusst. Ich danke Ihnen sehr für diese Einblicke.“


Auch ein ehemaliger Sachbearbeiter aus dem Sozialbereich meldete sich – elf Jahre tätig, danach selbst an Depressionen erkrankt:

„Das System handelt nicht im Interesse des Einzelnen, sondern es ist automatisiert. Deshalb helfe ich Menschen in meinen Ehrenämtern dabei, dass sie auch zu ihren Rechten kommen.“


Nicht wenige Teilnehmende gingen mit dem Gedanken, in ihrer Arbeit noch nachjustieren zu müssen. Das ist kein schlechtes Gewissen. Das ist ein Anfang.
Und dafür danke ich jeder einzelnen Fachkraft.

Was dieser Vortrag zeigen sollte

Über 150 Menschen haben an diesem Donnerstag erlebt, dass Ernährungsarmut und Grundsicherung keine abstrakten Begriffe sind. Dass Kinder in Bedarfsgemeinschaften automatisch 10 bis 20 % weniger bekommen als Alleinstehende – und Kindergeld trotzdem vollständig verrechnet wird. Dass das absolute Sparmodell nicht gesund ernährt. Dass der günstige Wasserkocher manchmal der teuerste ist.

Und dass Ernährungsbildung nicht in einem Kurs beginnt. Sondern an einem Frühstückstisch, an dem alle dasselbe essen.

Mein Aufruf an alle, die in diesem Bereich arbeiten: Bindet Armutsbetroffene ein. Wertschätzend. Bezahlt im Ehrenamt.

Nicht als Alibi. Als Expertise. Menschen mit eigener Armutserfahrung wissen Dinge, die kein Studium vermittelt. Bietet ihnen kostenlose Weiterbildungen an, passend zu ihren Fähigkeiten. Bindet sie Peer-to-Peer ein – Betroffene, die mit Betroffenen sprechen, erreichen etwas, das keine Broschüre erreicht. Entwickelt Programme gemeinsam mit ihnen, nicht für sie. Denn was am Ende zählt: Wer vorne steht, sollte nicht nur eine studierte Fachkraft sein, sondern auch jemand aus den eigenen Reihen. Multiplikator*innen mit gelebter Erfahrung sind eines der wirkungsvollsten Instrumente, die es gibt.

Wer täglich mit Menschen arbeitet, die mit 6,51 € jonglieren, sollte wissen wie das geht. Nicht um bessere Ratschläge zu geben. Sondern um aufzuhören, Ratschläge zu geben, die sich niemand leisten kann.

Sie möchten diesen Vortrag buchen?


Das Thema Ernährungsarmut und Grundsicherung ist buchbar – für Fachveranstaltungen, Multiplikatorenschulungen, Schulen, Kita-Netzwerke, Träger der Sozialen Arbeit und kommunale Einrichtungen. Online und vor Ort.

Was ich mitbringe: Zahlen, die sitzen. Eine interaktive Übung, die beklemmend ist. Und eine Perspektive, die kein Lehrbuch liefern kann.


Vortrag

Drei Zahlen zur Lebensmittelpreisentwicklung: +36% Preisanstieg, 195,36 € Monatsbudget Grundsicherung, ~40% Haushalte mit Einkommenssorgen

Faktenbasierter Vortrag zu Lebensmittelpreisen, Kaufkraft und Grundsicherung – für Fachkräfte, Multiplikator:innen und Bildungseinrichtungen.

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📖 Weiterlesen – Armut & System

Hintergründe, Zahlen und Werkzeuge zum Thema Grundsicherung.

▶ Quellen & Nachweise

Regelsatz & Regelbedarfsermittlung

  • BMAS: Regelbedarfsermittlungsgesetz (RBEG) 2024 · bmas.de
  • Buerger-geld.org: Regelsatz-Aufschlüsselung und Regelbedarfsstufen 2026 · buerger-geld.org
  • Rüdiger Böker: Aufschlüsselung Regelbedarf nach EVS-Abteilungen 2018–2024
  • BVerfG, Beschluss vom 23.07.2014, 1 BvL 10/12 – Zulässigkeit der Kürzungen, Grenze des Existenzminimums
  • Rechtsanwälte Günther Partnerschaft: Gutachten Recht auf angemessene Ernährung und Bürgergeld, 2023

Preise & Kaufkraft

  • Statistisches Bundesamt (Destatis): Verbraucherpreisindex · destatis.de

Armut & Armutsschwelle

Notvorrat & Katastrophenschutz

Körperpflege & Dienstleistungen

Netzwerk & Veranstaltung

Alle Links wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung geprüft. Bei Gesetzesänderungen und neuen Entwicklungen wird dieser Artikel aktualisiert.

#Ernährungsarmut #Grundsicherung #ArmutUndEssen #PinfsKochstudio #SozialeGerechtigkeit

Buchcover „Leitfaden SGB II / SGB XII" von Harald Thomé, 33. Auflage 2026/2027, Nomos Verlag. Links das Zitat: „Wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen."

Wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen. Der Leitfaden SGB II / SGB XII von Harald Thomé gilt laut Beck-Verlag als „Standardwerk“ – als einziger umfassender Ratgeber für beide Rechtsgebiete unverzichtbar für Beratung und als Nachschlagewerk.

Die 33. Auflage erscheint im Juli 2026 und erklärt topaktuell alle Auswirkungen der Änderungen ab 1. Juli – vom Bürgergeld zum Grundsicherungsgeld. Wer in der Sozialberatung arbeitet, mit Betroffenen zu tun hat oder einfach wissen will welche Rechte noch bestehen: Dieses Buch gehört ins Regal.

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Auf einer schwarzen Platte liegt ein Handtuch mit Kochlöffeln. Daneben eine Grafik im Buchformat "Pfiffige Frühstücksideen - Für Zuhause und unterwegs - Gesund muss nicht immer langweilig sein" Test auf dem Bild: Mein Dankeschön für deine Anmeldung zum Newsletter.

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📊 Paritätischer Wohlfahrtsverband – Armutsbericht 2026

Titelbild Paritätischer Armutsbericht 2026: Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband | Juni 2026

Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit

13,3 Millionen Menschen leben in Einkommensarmut – Höchststand seit fünf Jahren. Trier: 21,4 % – bundesweite Spitze aller ausgewerteten Regionen.

→ Zum Armutsbericht 2026

📄 Paritätischer Wohlfahrtsverband – Stellungnahme

§ PARITÄTISCH

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband | November 2025

Abwicklung der Bürgergeldreform

Die Reform begrenzt soziale Rechte, belastet einseitig Leistungsberechtigte und nimmt erhebliche soziale Folgekosten in Kauf. Stellungnahme zum 13. SGB II-Änderungsgesetz.

→ Stellungnahme lesen

📚 Buchtipp von Nicola Dülk

Leitfaden SGB II SGB XII von Harald Thomé, 33. Auflage 2026/2027

Harald Thomé | ab 31. Juli 2026 erhältlich

Leitfaden SGB II | SGB XII: Grundsicherungsgeld und Sozialhilfe von A–Z

Mein Tipp: Das jeweils aktuelle Thema nachschlagen, mit Zetteln markieren und immer mit zum nächsten Termin nehmen. Mir hat das Buch schon sehr oft geholfen – und ich konnte damit auch anderen sehr gut helfen.

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Mein Tool hat Wikipedia-Edits über eine IP-Adresse gefunden, die zu Nestlé Deutschland führt.
Über ein Nestlé-Netz wurde z. B. versucht, in den Artikeln "Ernährung des Menschen", "Diät" und "Säuglingsnahrung" das "Nestlé Ernährungsstudio" zu verlinken, im Artikel "Nestlé" eine Säuglingsmilch in der Produktpalette zu ergänzen und im Artikel "Nesquik" den Bekanntheitsgrad der Marke zu erhöhen.

de.wikipedia.org/wiki/Spezial:…

#Wikipedia #PR #Ernährung #Lebensmittel #Nestle


Beobachten statt handeln gegen den #Klimawandel... 🤦‍♀️🤦‍♀️🤦‍♀️

#KRITIS Sektor #Ernährung

Bauern fordern Unterstützung: Der Agrarminister "beobachtet" die Dürre

"Landwirt Ralf Behring reagiert mit Unverständnis. Das sei unverantwortlich, sagt er. "Das wär' so, als wenn ich als Landwirt sage: 'Naja, ich beobachte, wie meine Tiere verdursten oder meine Bäume vertrocknen'", kritisiert Behring. "Beobachten reicht nicht aus, ich muss aktiv werden.""

tagesschau.de/inland/gesellsch…


Damit der #Klimawandel noch schneller mehr Dürre bringt... "Eine dritte Sofortmaßnahme wäre, die Steuern auf Diesel deutlich zu senken bis mindestens Ende November. Das würde den Bauern kurzfristig helfen und Entlastung bringen." 🤦‍♀️🤦‍♀️🤦‍♀️

#KRITIS Sektor #Ernährung

Wegen Trockenheit: Bauernverband befürchtet teils totalen Ernteausfall

"Die Trockenheit trifft Weizen, Kartoffeln und Zuckerrüben: Bauernpräsident..."

tagesschau.de/wirtschaft/ernte…






Die größten "Nahrungsmittelproduzenten" verklagen Regierungen, die "gesunde Ernährungsweisen" bewerben, um das gestiegene Übergewicht vieler Menschen zu bekämpfen.

Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen!

Mit anderen Worten:
Nahrungsmittelproduzenten sind nicht an gesunder Ernährung der Bevölkerungen interessiert!

Kranke Menschen bringen halt mehr Geld ein!

Alles Lug und Trug! 😡

#Ernährung #Essen #Lebensmittel #Nahrungsmittel #Übergewicht #Gesundheit #Gesellschaft #WHO


Meine SchülerInnen - immer wieder für eine Überraschung gut. Heute war von meiner Seite aus der letzte Unterrichtstag vor den Sommerferien. Einer (15 Jahre alt) hat über seine Social-Media-Kanäle die Frage gestellt: Wofür bist Du heute dankbar. Das gebe ich gleich mal an Euch weiter
Ich fange an: Für meinen Beruf (nicht immer einfach, aber oft wunderbar), meine Ehe (dito) und die Tatsache, dass wir hier größtenteils satt und sicher leben können.
#dankbarkeit #sicherheit #demokratie #ernährung










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Das kommt bei der 37. KLP auf die Teller

Traditionelle Gerichte, exotische Spezialitäten und besonderes Engagement – Die EJZ hat sich umgehört, was die KLP in diesem Jahr an Kulinarik zu bieten hat

ejz.de/lokales/kommt-37-klp-te…

#LüchowDannenberg #KLP #Essen #Kultur #Ernährung #Gastronomie




Wie viel Ballaststoffe sind gesund?

Unter #Fibremaxxing wird auf Social Media dafür geworben, viele Ballaststoffe zu essen. Fachleute finden mehr Ballaststoffe zwar sinnvoll - warnen aber davor, sich zu schnell zu viel davon aufzutischen. Von D. Tromballa.

➡️ tagesschau.de/wissen/gesundhei…

#Ernährung


@Exxo

Ich sehe - zumal als Vegetarier - keine Ernährung mit Insekten. Und auch Algen werden nicht exklusiv notwendig sein, da leckere Pflanzenkost reichlich zur Verfügung steht und die Weltbevölkerung sich bereits im drastischen Sinkflug befindet. 👇

Auch die #USA melden gerade erneut sinkende Geburtenzahlen und -raten für 2025.

@ahoernchen wollte wohl provozieren. 😉

Der #Solarpunk bietet Hoffnungs-, keine Schreckensbilder. 🙌

#Zukunft #Ernährung #Demografie #PeakChild

scilogs.spektrum.de/natur-des-…








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Fast unbemerkt hat der Bundestag ein Gesetz zum #Krankenhausessen beschlossen - er will Kliniken verpflichten, besser für die #Ernährung der Patienten zu sorgen. Die Forschung belegt, was kaum jemand für möglich hält: Allein in 🇩🇪 kann dies >50.000 Todesfälle pro Jahr verhindern. Alle Details @riffreporter: riffreporter.de/de/wissen/bund…

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riffreporter.de/de/wissen/bund…